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Full text of "Der waldensische Ursprung des Codex Teplensis und der vorlutherischen deutschen Bibeldrucke gegen die Angriffe von Franz Jostes"

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waldensische 
Ursprung des 
Codex 
Teplensis 



Herman Haupt 



1 




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'J • "AS 

Der waldensische Ursprung 
Codex Teplensis 

und der 

vortatherischen deutschen Bibeldrucke 

die Angriffe von Dr. Franz Joatea 

vertheidigt 
Dr. Herman Haupt 



W <g» \b _ 

inem' Anhang angedruckter Aktenstücke nnd zahlreichen Proben 
mittelalterlicher deutscher Bibelübersetzungen. 



Druck und Vorlag dn Stsbel'Mhan TJniveriltäts-Boch- & Knntthmdlons;. 
1886. 

i - r. 



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Der waldensische Ursprung 
Codex Teplensis 

und der 

vorlutherischen deutschen Bibeldracke 

die Angriffe von Dr. Franz Joates 
vertheidigt 
Dr. Herman gaiipt 

BMioliokar äor üntronMt ffio.Kn. 



Mit 

einem Anhang nng-e druckte r Aktenstücke und zahlreichen Proben 
mittelsiliijvliL'iitr (k-Jtädiur liiLdiiiicvtciziir.jjcii. 



Würzburg. 

1886. 



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Vorwort. 



der mittelalterlichen Waldeaser 



i Wendungen 



J886 3. nla Bin neuer Beweis dafür bezeichne 
montanen J,agoi oben keine wisse oschaftiicl'-i; l'r.:.;y. 
deu Ton koiu'cä.iiojv-ihr Vi'il:i(li!ii;]],- hineinzutragen. 



Dank des Lesers, dem es allein um die Aufhellung und Beant- 
wortung der aufgeworfenen wissen sc haftlichen Trage zu thun ist, 
zu verdienen. Meinen Untersuchungen, wie ich es ursprünglich 
beabsichtigt hatte, durch die gleichzeitige nochmalige Heran- 
ziehung der T>iililiner niniariisnU-waldeiisisulieii Bibel version und 
der sämmtlichen mir erreichbaren mittelalterlichen deutschen 
Bibelübersetzungen eine möglichst breite Grundlage zu geben, 
wurde ich durch den plötzlichen Wechsel in meiner Berufs- 
stellnng verhindert, der mir voraussichtlich auch, in der nächsten 
Zukunft wenig Müsse für die weitere Verfolgung meiner Wal- 
densers tuüien gewähren wird. 



Der Verfasser. 



I. 



Die waldensischen Aufzeichnungen am Anfange und 
Schlüsse des Codex Teplensis. 

Der erste Einwand, den Jostes gegen die Annahme des walden- 
sischen Ursprungs der Tepler Handschrift erhebt, betrifft die Sprache der 
dem Neuen Testamente in der Tepler Handschrift vorausgehenden Stucke. 
Lateinische Abschnitte in einer waldensischen Bibel müssen nach Jostes 
(S. 9) sehr überraschen, da das Waldenserthum in Deutschland eine rein 
|i(ipulÄi'e l!e\veg-ui)2 war. diu im eie.eir.Li dien Vulke ihren Sitz liasce. Von 
zwölf im Jahre 1392 zur Rechenschaft gezogenen waldensischen Meistern 
seien drei rustieornm filii, zwei fabri, zwei Butores, je ein sartor, molen- 
dinator, carnlfex, rasor pannornm gewesen; bei „aller Achtung vor der 
Gesinnung und dem reinen Streben jener Männer" kann Jostes nicht zu- 
geben, äasB anch nur ein einziger von ihnen im Stande gewesen sei, die 
lateinischen Stellen des Codex Teplensis zu verstehen. ') 

Alles das hstto nicht geschrieben werden können, wenn Jostes sich 
anch nur in der oberflächlichsten Weise Uber die religiöse Literatur der 
waldensischen Sekte orientirt hatte. Schon allein die Thatsache, dass 
die romanischen und die deutschen Waldenser sich im Besitze vonüeber- 
setznngen der biblischen Schriften sowohl, als einer Reihe von patristi- 
Scheti Werken befanden, lejrt die Vcrmilthunp; nahe frenug, duss sich nuter 
ihnen viele des Lateinischen Kundige befunden haben. Besonders die in 
einem Genfer Manuacript erhaltene waldensischo Erklärung der Cantica 

i) Nur ganz im Torabergehen milchten wir die Arbeitemethode von Jostes 
durch den Hinweis auf seine Acsführungou über die angeblich au geringe Bedaal- 
leiren im TJmlanf waren, missen wir anch sonst (so gab z. B. der Inn.oisltor 

Und gerade in diesem Tractato bekämpft der genannte Inquisitor die von den 
Waldcusern hinsichtlich der Eucharistie und Priesterweihe vertretenen Irrthamer 
und erklärt, in diossr llinsicht dnreh die zahlreichen von ihm dem weltlichen 
Arme zur Bestrafung flberp,ebenen Ketzer im vollkommensten Hasse instruirt zu 
sein! Eine der letzten Waldenser Verfolgungen grössten Stiles hat im Jahre 1480 
in der Mark Brandenburg, wo die waldonsische Lehre seit dem Anfange des 14. 
Jahrhunderts in den weitesten Kreisen verbreitet war, stattgefunden. VgL Göll, 
Qnellon und Unters uchungon zur Gesducbta der böhmischen Brüder I I37Ö S. 121 ff. 



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eanticoruin litast ein hohes Mass von Gelehrsamkeit und eine ausgebreitete 
Kenntniss der mittelalterlichen Hxegetcii erkennen. Damit aber nicht 
f; t- ? m fr. in den rumiiiuseh-waldcü^isidLe^ f [a>"ls:'b)llicn si-jtut findet sieh 
eine ganze Anzahl von lateinischen Stücken und neben ihnen eine 
I'uiljL- vi i! raiimiisehei] I'eb ertrag in igen taberiti-rher Sehnlti-ii . deren 
laleiniselie Te\le uns zum grünsten Tbeile ik.i Il erfüllen sind. 1 ) Was 
die im Jahre 1392 festgenommenen Meister der Waldenser anlangt, eo 
wSre nichts verkehrter, als deren theologische Bildung nach dem Gewerbe, 
(las ihnen der Iterichl des Ü3lern:itliisi:!n:ii liiijuisitnvs zuweist, zu beur- 
theilen. Einmal waren die waldimsischei: Meister, deren oberste Ver- 

arbeit ihren Unterhalt zu verschaffen, da sie unmöglich auf die Almoscu- 
gaben, welehe ihnen vmi den im Lande verstreuten Gliedern der Sekte 
gereicht wurden, allezeit sich verlassen durften. Zweitens erfahren wir 
vmi kuthulisehen Beiiehterstattern, da.^s e;erudi- jene .lii-üiihüftigiuig als 
Handwerker, Hausirer u. s. w. von den waldeusischen Meistern als Ge- 
legenheit zw Verbreitung ihrer ruligiüH-ti Ideen beuu'.zt wurde. ■) 
Stephanus deBorbonc' 1 ) erzahlt unter Anderem von einem französischen 
Waldenser, der lauge Jahre in Oberitalien ausschliesslich theologischen 
Studien im Sinne der waldensischen Sekte obgelegen hatte und auf einer 
nach der DiBcese Besannen unternummeaen Missiuiiireiae jh Armbrust- 
Schlitze festgenommen «aide. Nach dem Berichte des rsende-nmer ') 
thateu sich aber auch die Waldenser etwas besonderes darauf zu gute, 
das* ihre Meister, im Gegeusal./e zu den Miissiggängeru unter dem kathe- 
lischen Klerus, ein arbeitsames Leben führten, und noch in den von Morel 
um das Jahr 1530 an Bucer und Oecolanipadius gerichteten Briefen 
heisst es, das! die .Meister der Waldenser mehrfach Handarbeit verrich- 
teten .dem Volke zn lieb nnd um den MilsBiggang zu meiden". 5) Die 
Frage, inwieweit die lieberen Stande in Deutschland im Mittelalter der 
waldeusischen Refurmbewegmig sieh angeschienen haben, ist wohl Herr 
Jastes am allerwenigsten zn entscheiden in der Lage; von nns sei hier 
nur auf einige wenige Angaben aufmerksam gemacht, die es ausser Zweifel 
stellen, dasa die Waldenser zu Ende des 1-1. und Anfang des 1;>. Jahr- 
hunderts auch in den gebildeten Kreisen zahlreiche Anhänger zahlten. 



i) Vgl. Herzog, Die romanimhen "Wildemer S. 4B ff. 
B) Bibliothoci maiima. pstrnm Lugdnuemi» Tom. XXV S. 273. 
S) Da Flessis d'Argentre, Collect« joditionra T. L S. 80. 
i) Bihliothoct maiims patrnm T. XXV S. 273: Item comednnt paiem 
ociosnm nihil operaates. nos Tcro manibas operaoinr, 
') Hersag, ». ». 0. S. 848. 



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Schon von dem Passatier Anonymi* wird Klage darüber geführt, 
dasa die „Leoniat-:n- vor Allem in dun Kreisen der eilen Familien sich 
Anhänger vefscliuiTwu und da-? ihn; Meiste!' als Hausirer in den Burgen 
der Adeligen die waldoneischo Lehre verbreiteten. Nach der Angabe dea 
David von Augsburg war nm 1250 sogar ein mächtiger Reichsfflrst auf 
die Seite der Waldenser getreten, und nur durch seinen plötzlichen 
Tod die Kirche vor grossem Unheil behütet worden. ') 

Unter den SlrMsbiirgi'r Winkelern des .Sufirt'S 1-100 wird uns in 
erster Linie Johannes von Blumstein genannt, Abkömmling eines alt- 
adeligen Geschlechtes, Meister der freien Künste und späterer Stadt- 
schreiber und Gesandter der Stadt Strassburg zum Concil von Constanz 
und zum Papste Martin V. nach V antun; er war bereits durch seine 
Mutter im waldensischen Glauben erzogen worden. 2 ) In die Waldenser- 
verfolgung zu Bern im Jahre 1399 waren Mitglieder der vornehmen 
Geschlechter verwickelt. Den gleichen Fall finden wir in Freibars ' m 
Uechtlande nm das Jahr 1430, Wo unter Anderen ein Mitglied des Grossen 
Käthes, angleich Waagmeister der Stadt, und der Ritter Eichard von 
Magganberg unter den wegvn Zu^iiliia-igkcii zur italdensl sehen Sekte Au- 
geklagten erscheinen; auch der Stadtpfarrcr Wilhelm Studer hatte in 
seiner Jugend als Waldenser vor Gericht gestanden. J) Friedrich Reiser, 
der bekannte Waldcnserbiscliof des In. Iahrhundcrts, hatte, wie er unter 
den Qualen der Füller zu f-trassburg gestand, eine Anzahl von theo- 
logischen Traktaten verfasst und die wahrend seiner Anwesenheit in 
Basel Voll dem C'oäiciliuui vcrhandell.eiL (xegensiande aufgezeichnet. 4 1 

Im Jahre 1393 wurde, wie ich einer tingedrurlilf'u Auf/.eiHimnig 
einer Handschrift der Uainzer Stadtbibliothek (I Nr. 247) entnehme, mit 
zwei anderen Schicksalsgenossen ein Römischer Priester, Nicolaus Falk, 
zu Bingen als Waldenser dem Scheiterhaufen überantwortet. Ans der 
Uleieli™ Zeit, liegt mir ein ii!>:_'i!'lruf!t(ei', iviiiirschüiuücli auf die öster- 
reichische Wal de ns er Verfolgung zu beziehender Bericht über die Bekehr- 
ung von zwanzig waldensischen Meistern zum katholischen Glauben vor, 
von welchen fünf nach geschehenem Widerrufe zu romischen Priestern 



'} Prtger, Beitrüge zur (ieaclicbte der Waldtsier. Abhandlungen iler histor. 
Classe der bayerischen Akademie Bd. XIII. 1877, Abth. 1, S. 225, 226 f. 

1} Köktick, Mit! ho ihm gen aus der Geschichte der evangelischen Kirche des 
EJaasscE. Bd. I S. 27. 

') Ochienban, Ans dem Schwei lerischcn Volksleben des 15. Jahrhunderts. 
8. 9J. 160. 282. 345. 369 ff. 

*) W. Bihm, Friedrich Reiser'» Reformation des K. Sigmund S. 91. 



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geweiht wurden, zwei ale Scolaron bczdchnc-l werden. Aas drei hierher- 
gehövigen gleichfalls urigi:dniekt''ii Aktenstücke!! aus dem Innuisitions- 
archive des Cölestinerprovinzials Petrus erfahren, wir, dass derselbe über 
einen Domherrn and zwei Pfarrer der Diösese Passan wegen Ungehor- 
sams gegen das Inquisitionsgerickt and wegen anderer nicht nilher ver- 
zeichneter Reate nie, Ks c.uir.iii utii i-:i.t.i uii i-H-hiingt hatte. Her eine jener 
beiden Pfarrer war dem Urtheile des Inquisitors zufolge von Jagend auf 
der wjibl-iisiscbi'n Lehn- zugi-liian gewinn!!, war hcIjuii vun nineni früheren 
Inquisitor iu Verhör genommen und nach Abschwörung seiner Irvthümer 
mit einer Busse belegt worden. Trotzdem hatte der CSlestlner Petrus 
Veranlagung-, die licchtglä'.lbigki'it desselben i:i Zwei!!:! ziehiin, und 
mochte ilin wohl nur die Rücksicht auf die Stellung des Angeklagten 
dazu bestimmen, über ihn eine in der Stille zu v erb übe ende Kirchenstrafe 
zu verhängen. Ich denke, dieie Angaben diiifk-n, ulmu dass es ihrer 
Ergänzung durch weiteres ungedrucktes Material noch bedürfte, genagen, 
um die Annahme, dass die waldensische Reformbeweguug sich auf die 
nuteraten Volkskreisn beschrankt habe, ein für allemal zu beseitiSTi). 1 ; 

Während ich selbst in Uebereinstiinmung mit Keller den in der 
Tcpler Hand ich ritt verzeichneten .. Sieben Stücken de; bejügn: Glaubens* 
waldensischen Ursprung- beigemessen !iat:i>, versucht J'ostes dieselben filr 
die katholische Kirche des Mittelalters zu reklamiren. Er hemft sich 
dabei auf die aiig-nbiid.« [iebereii'.Bli 1111111111,» j«n-r Artikel mit den „sieben 
noth wendigsten GlaubeiiEsiiick™" der modernen katholischen Katechismen, 
deren Quelle nach seiner nicht ganz klaren Beweisführung- er identisch 
mit der Vorlage der romanisch -waldensischen „articles de la fe* und 
der Tepler Glaubensstlicke zu halten scheint. Dass irgend welcher Zu- 
sammenhang zwischen den letzteren um! den kiitludisclicii .liothweadjgHten 
GluuaeiiKstikkei)- besteht, wird kaum Jemand iu Abrede stüllüii wollen, 
ebensowenig sind aber auch die gewaltigen Differenzen zu verkennen, 
welche zwischen den beiden Reihen, der katholischen und der von ans 
als waldensisch bezeichneten, zu beobachten sind. So mass es zunächst, 
solange nicht etwa bisher unbekannte katechetische Quellenwerke des 
Mittelalters ans Licht gezogen werden, als völlig ansicher bezeichnet 
werden, ob die katholische Kirche des JOttelalte.rs ein den „Articlea de la 
fe" der romanischen Waldenser hinsichtlich der Zahl und Anordnung der 



Vor Knrsem b*t W. WSmanns (Beiträge inr Geschichte der älteren 
deutschen Littomtur Heft I, 18861 mit grosser Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, 
da» in den allem Anschein nach dem 14, Jahrhnndert angehörenden Godiehteu 
dos sogenannten Heinrich von Melk entschieden nable lisischa Ideen nieder- 
gelsgt sind. 



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Stücke völlig entsprechendes (jSjubonsbsfceiiiitiiiss jemals gekannt hat. 
Die modernen kiithnlisr.lifii K i.^.-lii s nu-ii sdiwaiikeii lur/iiglich der Zahl 
der „notwendigen UlaubensMiicke- zvisthra f> und 7, und es ist wohl 
möglich, dass die Sieuenzanl erst In der Neuzeit durch die Theilung 
eines der Glaubensstücke in zwei Artikel erreicht worden ist. Sehr be- 
deutsam ist es jedenfalls, dass in den satnmtlicken von Jostes herange- 
zogenen neuen'], katholischen Katechismen das dritte Glaubensstück der 
Tepler Handschrift fehlt, wählend umgekehrt, für das vierte Glaubens- 
stück des den waldensischen Glaubensartikeln um nächsten kommenden 
Mainzer Katechismus sich In der waldensinchen Bellte keine Parallele 
findet. Ich habe mich nach dem Erscheinen des Josfes'schen Sehrift- 
cliens k-'iiLf: Mühe v-'idrii-HSiMi lnJ-a-n, um in niitusalti'i'lir.tieu Handschriften, 
namentlich denen der so überaus rcichhaltig-eit Staatsbibliothek zu Mün- 
chen, eine ältere Fassung der katholisehen „nothwendigBten Glaubens- 
stäcko*- aufzufinden: dass diese Suche völlig- erfolglos blieb, hat mich 
jedenfalls vt>u i:er raviditijfkeit der Ilviwoliese iibtirzi'iigt, dass jene 
sieben katholischen Glaubensstücke im Mittelalter alB allgemein bekannt 
gegolten haben. In einer eiu/i^en ileiitsihen llumlsihrift dt-r lliintlnfiier 
Bibliothek (Cgm. 269 f. la) fand ich ein, wenigstens der Zahl nach, 
den „articles de la fe" ejit-siu-ediL-tuks Yeizoichniss von nothwendigen 
Glaubensstücken, das aber inhaltlich mit jenen so viel wie nichts zu 
thun hat. Dasselbe lautet wie folgt: 

[Stücke des heyigen Glaubens.] Dai erst, i&s mau in ainen got 
gelauben sol; das ander, dan derscLb allain war er gol ist jiA alhniithiij,' 
vatter; das tritt, daz er schopffer ist himels und der erden; das vierd, 
das man gelanben sol in Jhesnm Cristnm seinen ainigen Bun: das fiinfft 
in den heiligen galst; das sehst in die adligen rri-li/nUait, gemaiuschafft 
der heiligen und ablaß der suuden; das sibent, das ewig leben, daz nun 
und yeiumer on end weren sol. die siben stuck sind nicht schuldig ein- 
faltigen lewteu aulkniügtui, sdikdil idid»;!) mit dierautikeit zu gelauhen, 
dopey sind die gepunden alle ding, die dy gemain der heiligen criäten- 
hait gelaubt; aber die preisten und ander priester, die die selinsorgen 
habent, die sind mer schuldig ze wissen. 

Die Bemerkung dieser Aufzeichnung, dass „einfältige lente" die 
aufgeführten Glaubenstsilcke nicht „au^zuk^ii" baben. weist uns auf den 
principiellen Unterschied hin, welcher zwischen ihnen sowie den „noth- 
wendigen Glanbensstlicken" der neuen katholischen Ka^diisnien einerseits 
und den „articles de la fe' anderseits besteht: weit davon entfernt, nnr 
eoviel zu bieten, was „jeder katholische Bauernbnbe, wenn er der Schule 
entlassen werden will, auswendig kennen" mnss, enthalt die romanische 



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Fassung der wal densischen Glaabenauvrikel zugleich eine ausführliche 
biblische Begründung jedes ein Keinen Artikels, welche keineswegs für 
jedwelehen katholischen Laien angemessen war, sondern eine genaue 
Kenntnis« nnd eine besondere Werlhschät/nug der Bibel vnrausssetzt. 
wie wir sie am ersten den Wnldcnaeni zutrauen nuSi?cii. Gerade diese 
charakteristische Erklärung und Erläuterung der romanischen „artlcles 
de la fe* ist es nun aber, welche fast Wort für Wort in dem Anhange 
der Tepler Handschrift wiederkehrt, welcher Überdies die ausdrückliche 
Ankündigung- enthalt, dass er sich an die Herzen der „Derwelten' 
wende; welche wichtige Rolle die Lehre von den „Auserwäklteu'- (Ii 
sicyt) in dem Lchi'betrnii der WrJdcnwi' spielte, 1 ) braucht, für den mit 
der Geschickte der Sekte auch nnr uberfehljeb üeki. unten nicht hervor- 
gehoben zu werden 

Hinsichtlich der Uebci'eiustin;mnr,r; der liietiuii ihn Aiiliasigs der 
Tepler Handschrift mit den articlcs do fe sind die Formeln „czu dem 
ersten mal ist <-/.r, seti'-ii ;sa'_-en '; ;- mi:>1 _r.üll dem andern niai sair wir" 
von Bedeutung. Jtjsles hat aus ihnen den Übereilten Schlnss gezogen, 
dass der Anhang des Code* Tepiensis eine ['redigt sei. Wir verweisen 
dagegen auf die llittheilr.iisen IL:r;o</s' : ) Über den waldenslscheu Tractat 
„tresor e lume de la fe", in welchen die UehersetZ'tng und Auslegung 
des athanaslanischen Symbolums, der sieben articles de la fe, der sieben 
Sakramente, der zehn Gebote und des Vaterunsers zusaminengefasst 
wird und dessen einzelne Abschnitte mit Formeln, wie: ara es n diru 
(nun i±l 7.u saiien) f-rüdiiet. werden. 

Der Anfang des Abschnittes der Tepler Handschrift Uber die sieben 
J-kiligkeiwr Imitat iuk-cndeimarsen: .die scarü't dez newen srezcujrz und 
allermeist di vier ewangelisteu und di schrift der weissagen beezeu- 
Stn mit manelien Urkunden ein s;in VII Lcilikaeit der kirchen." 
Die eigen thiiniliehe Erscheinung, dass dieser Satz mit geringen Ver- 
änderungen sich als Schlusssata in den romanischen articles de la fe 
findet«} während sich an diese sowohl in der Genfer als in der Dubliner 
Handschrift ein Abschnitt Uber die Sakramente anschliesst, hatte mich 
schon früher zu der Vermuthutu; geführt, dass die romanischen articles 



ij Vgl. a. 1). Hercog, Die romanischen Waldsnaer, S. 1SB ff. und die dort 
citirto Stelle Uoh Urmticn-i'omiDeLtara 5, lü: Christas n-nrdo ans der Hange der 
Aa=iClv. J ,.]lni M^n.iul;, nm d:e AiiSorv.'lEjltOE zu idtim (io s k|ri d- la meinen 
de Ii «Jeyt a Biliar Ii slejt.;. 

3) a. a. O. S. 306. 

') Hahn, Geschichte der Ketzer im M ittelalt or Iii. II S. 608: ■n.nestas 
cosas dien las scrlplnras del norel testaiuont, e apeciilmtmt lea 4 evangelis o Ii 
propheUs testifleaa cum ploiori senteuelas. 



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de Ja fe einer Quelle entstammten, welcbe den sieben GlaubensBtücken 
eine dein Anhang der Tcplcr Handschrift conforjne Aufzahlung und Er- 
läuterung der sieben Sakramente folgen liess und deren zweiter, die 
Sakramente (iüiLJLini-.i'.D'.le Tkeil eist ikn.h t:i ■■oiilir.Llj ü-l Kinilus? feine. c=ti tr>> 
Uebereinstimrnung mit dem entapreebenden Passus der Tepler Handschrift 
einLih.ne. IIa diu ILiuhüihiinen llcrzoih, fu:-i den waidensi schon Tractat 
„Ii sept Bacrament" ein sichere* Uriheil b'rsiclitlica jener Frage nicht 
gestatteten, so wandte ich mich mit der Bitte um genaueren Aufschluss 
Uber die betreffenden Fartieen der Dubliner Handschrift an das dortige 
Trinity College, von wo ich durch Herrn Professor Mahaffy'a bereitwillige 
Vermittelong die ausgiebigst™ Iiifot-iiiiiti ijueu seitens Herrn Professor 
AtMnson'e zugesandt erhielt. Dieselben sind sowohl für die Ent- 
wicklnngsgeschiclr.e ties Wal^mserllejins, als für die Beurtheilung des 
Ursprungs der Tepler Aufzeichnung über die Sakramente von hoher 
Wichtigkeit. Sie zeigen uns, im Znsammenhalt mit den Tepler Aufzeich- 
nung™, zur Evidenz, dass dir nin:rii'.ispli-walilnisisi!li(! '1'rs.ctat ,1! sept 
saerament" aus der Zusammenschwois^uiif; zweier (ranz hotoropouer 
Elemente entstanden ist, eines im Wesentlichen auf orthodox-katholischem 
Boden stehenden, wenn auch durchaus dein Charakter der bibclglüubigen 
Sekteentsprefihend.n: Reken iiI.niKFie.s, welckes diu vorliusi tische Sakramenta- 
lere der Waldcnser reprjsentirt, und der „Cunfcssio Taboritarum, " ') 
welelie in fnndauienla'.ei] Punkten dm 1 ka(hc-li*c]e;:n Lehre nnd Praxis 
bezüglich der Sakramente aclirotf (aUgigeiitrkt. Anderseits benimmt uns 
aber (Iii: Dubliner Handschrift jeden Zweifel darüber, ilass eben jener 
altwaldensische, mit der ljühimsc!i<:]! lSekcnntni^ctirift ziisiLniincngearbeitete 
Traktat Uber die Sakramente uns noch Sieute in der deutschen 
Uebcrse.tzmig des C od es T cple nsis vorliegt. Als Belege lasse ich 
die mir von Herrn Professor Atkinsan mitgetbeilten Stellen des Dubliner 
Traktates über die Sakrament«, welche durchweg in der Dubliner Hand- 
schrift die Abschnitte Aber die einzelnen Sakramente eröffnen und an 
welche, zum Theile ganz unvennitlell, die aus der ..('onleisiu Taberi- 
tarum" harübergenommenen Satze sich anschliessen, liier folgen und stelle 
ihnen die entsprechenden rai-t-iem der Tepler lianiine.hvift gegenüber. 

Codex Teplensis. ] Codex Dublin, 

di erst hellikeit ist U tanf in ver- lo premer saorament es lo baptlsme 

gibungs der snnde, alz den Im tun wart | lotinal ea dona a nos ta remisslon de 

geboten von dem herreo: get, [tret alle j pecca.cz, eilayma di lo segnur eil l'evan- 



') liehet deren Benntznng in dem „tresor e lerne de fe" haben Herzog a. l 0. 
8. 804 und Ditckhof, Die Waldensc-r im SlitteloUer S. 74 ff. sujfuhrlica gehandelt. 



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12 



i. ist die reite !□ vorgibonge dar 
Ji der her» predigte: machet paz, 
az reich der bimel nehet; ond 
spricht: rewet ensh oud gelanbt 



czengen die IEII awangelisteo, alz es 
wart gesagt in den ersten: Jesus aam 
dsa prot nnd gesengt es Bpd prachz 



er eemac'.te Adam oi.d Lvea von seya* 
npato. er fegt«, si cto Ada ac atd A Jan 
sprav.L diz ,:epi.q .sl na von meicen 
Kepe;a an.', du Beista I«l aj »un meinen 



gingen ans and salbten di siechen mit 



al regne de Bio; e cn Ii actes de Ii 
apostol es dit: facze penitencia e an 
chaaenn de vos sia bapteia al nom de 
Y. X. e recebre lo don del sant sperit. 

Io aegont sacrament es la penitencia, 
■Ii: tui.iiil lo sejjnui' iirf."licii ili';n-:it 
Math. 4; facze panitencia, car lo regne 
de li cel s'apropiare, Marc.: pente vos 



de] cors e del sang de X., laqnal ea 
»piOlj „i'uuii-isliii" t-r; ifrüi; r. eil Latin 
„bona gracia", de laqnal testiflcan Ii 4 
evangelis, Math. 28; Jean recebent lo 
pau benaiciic e fraina e done a Ii seo 



ddacEj.lKs 



Hai-: 



n paradis, depoya iine 



ia ara de Ii meo os 



cosa lo 6>:.?lot teatimoni- 
sliaiczodicent: Lome uon 
ibDIo ajoate, e Po.nl & ia 
li la virgena noceie, ilh 

l'ome penre molher, et 



[VII). enayina se legis en aantMarc. 
isaent hogniaa moti cnferm e e 

im, amenan li p»yre de U gleis». 



, enayina l'evangelisla tea- 



die VII. ist di nrdeirange des pristerz- 
amptes nnd dar dyaken, als Paolos 
schribet cm Tyto sagende : nm di genade 
dez dingz, so Iii leb dich ein Crethe, 
das du berichtest di ding, di da ge- 
pr^t.'-i, Hill siliiU^t <iur.il di 

stete, alz icb dir hau eeordent ; und czn 
TJivimllhto : i!i ;iri:ncr. di liiL ivol vnr- 
3iist,ili wrrdf-n L'i!h.iljt v,-ii'0i^f2-.i ivtlii;LT 
ci-nn und allurmeiat di da arbeiten in 
dorn werte nnd in der lere dez lierren. 



de preyres e de diaques, euayraa Pan! 
scrib a Thit diezent: yo laisey tn ha 
Cretba par la gracla d'aqnesta eosaqne 
In ü;ls(Ls:h-s ;i<[ii('l[iis c-Jtiis, t;ivin;,|. d-t[',il- 
hen e tineordenoa preyrss per las eiptas 
anajrm* yo urdency tn e d'aiczo mosoyme 

brrc iIovuül, iüri dLiiiri-j J.i dri'jh: ji j nur. 
maiorment sinnilti , liqual lavoran eu 
jinrolla v di doctrina; ii iLcriTO Ii dia- 
qnes sian ben devnnt a Ii lor filb e 
iL las lcr.= mnisoni. i- ;i h i'liilipciitioiis 



Angesichts dar vorstehenden Parallelstellen, die eines Commentares 
nicht bedürfen, ist es eigentlich eine ganz überflüssige Sache, die Josles'- 
schen Einwürfe gegen •''<■■ Zurackführung des Tepler Traktates über die 
Sakramente auf waldenai sehen Ursprung noch ausdrücklich suriiekzn- 
weiaen. Wae die Boihonfolge der Sakramente in der Tepler nnd Dnblincr 
Handschrift, einereeits nnd in den katholischen Katechismen des Mittel- 
alters nnd der Neuzeit anderseits anlangt, ;« hat Kaiccrait') nach meinem 
Dafürhalten zur Evidenz nachgewiesen, dass trotz des Vorkommens 
einzelner von der offieiellen Reihenfolge abweichenden Zählungen der 
katholischen Katechismen, die in de:- Tepler Handschrift eingehaltene 
Aufzählung der Sakramente als eine einzig in ihrer Art dastehende 
angesehen werden mass. Wenn anderBeita Jostes bestreitet, dass die 
Waldcnscr des Mittelalters eine einheitliche Reihenfolge bei Aufzählung 
der Sakramente beobachtet hätten, so kamt dies nur insoferue als richtig 
gelten, als unter tl™ Kinflussc der uhoriti sehen Bekenntnissschriften die 
ursprüngliche waldensibdiu Aufzählung der Sakramente zum Theile 
alUrirt worden ist; dies geschah aber erst am Ende des 15. oder iin 
Anfang des 16. Jahrhunderts, nnd noch die aus dem Jahre 152i 



') Theologisches Literaturblatt. 1886 Nr' 38 eol. 3S7 St 



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14 



stammende Dubüncr Handschrift hat die altwaldcnsisehc AnfzfthUuip; mit 
geringen Modificat innen beibehalten. Wie vertraut die Glieder der 
Sekte mit jener Aufzählung waren, ejeht deutlich genug aus dem in einem 
Cniiibriilsjcr MiLiniscrip'.« enthitlteueii Verhöre einer l'ran tischen Wal- 
denserin vom Jahre 1434 liivrvcir; ihre Sekte-, so liekmmtr- sie, sdin-ilic- 
vor, dasa man das vierte Sakrament der Elte getreu bewahren 
Sülli:. Mir. derselben liestiiuniüieit lieisst es in der u'aldonaisrhen ..Upi- 
stola fldeli": daB Gesetz der Ehe ist das vierte Sacrament 
der Kirche'). 

Einen zweiten von Jostes gemachten Einwurf würde ich , trotz 
seiner Frivolität, als im wissenschaftlich ignorirt haben, wenn nicht ein, 
leider sehr unzureichend Jnformlrter Kritiker des Literarischen Centtal. 
Wattes demselben eine besondere Bedeutung zugesprochen und dadurch 
verinuthlich manchen der Frusjt: ferner .Stehenden irregeführt bütte. Ich 
hatte in meiner früheren Schrift (S. 7} darauf hingewiesen, dasa durch 
die in der Teiler Hnieisi-lirifi- indi dielend'; Bc/-:khiiinis: der Cuelnii'is'.ie 

f.ss .. i i[f-.:liUiiL- und i_ir' nsjuiiiirig den listen' die Annahme, dnss dir 

Waldenser in der vorhusiti sehen Zeit das Abendmahl unter beiden Ge- 
stalten gefeiert hätten, ausgeschlossen zu werden scheine. „Warum den 
Spiess nicht umgedreht?" bemerkt dazu Jostes in seiner so wenig ge- 
sr.limar.kynllen lJcih-iyeise, mnl fügt n.n'li (Lei i.iil. .dni-iti Ann'in'.:ziirli''i! 
versehenen Satz hinzu: „Führt doch der echt waldensische Traktat 
über die Sakramente in der llubliiier Handschrift die Eucharistie auf als 
(.'omiiiniiiiiii del cors e del sans» de Crist." 

Die Sophistilt dieser Schlussfolgerung liegt für den mit cer Ge- 
schichte des Wald eu st rt Ii uins Bekannten aul der Hand: „echt waldensisch* 
ist freilich dt:]' lUibliner Ti-akial ■.-..■u .-en Sakraim-nten zu m-suiüii : nb.tr 
er stammt zugleich in der uns cilialleneii Form, wie schon oben bemerkt, 

diesdhe v!::, den rn>: iji'i - i üfli .: r. Hf io^tijilcf-ii voKäiiitnlifr liebriT.n'lit u-urde; 
noch mehr, er ist 211m grüsseren Thci'i: db- l "i-bt-r.^--[./.uii : ■■ t-inei- tivbovi- 
tischen Bekenn tu isaschrift, in welcher eine energische Forderung des 
Laieukelches von vorneherein vermutliet werden müsste. Wie kann nun 
diese durch husitische üoemlliissuiiLr (-11: jtamler.c Schrift ab; lieiveismiuel 
für iiic Sakra 111 eilt sichre der Waldens-T im 11. .Talirlinnilert aiibieiNlir: 
werden? Im TJebrigen hat schon Katoeraa a. a, 0. sehr richtig darauf hin- 
gewiesen, dass Jostes' Argumentation zugleich auf Binar auffallenden Un- 
kenntniss der Lehre und des Sprachgebrauches der katholischen Kirche 
beruht, insoferne dieselbe die Eucharistie sowohl als den „Empfang des 



') Hersag a. a. 0. S. 177. 280. 307 f. 



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IG 



Leibes nnd Blutes Christi" definirt, als auch geradezu als „Sakrament 
desLeibes nnd Blutes Chtlatl' bezeieb.net — für dieLehre derWaldenser 
zur Zeit il . i Knutiiimr.ff des Ttak^ne* ..Ii s-rsjjt saeraiiieat" kann datier 
der Ausdruck „cotmnunion del cors el de) Bang de Crlst" überhaupt nichts 
beweisen. Mit der iihen berührten Bezeichnung des Tepler Codex „prech- 
iinj.'i» im:l ^■.■■iii:iiiisaiini!iB:.i des hartes" — vergl. Act. apost. 2, 46 und 
2(1, 7 • • stimmt dae,-ei,'e:i in be..len;ni!£s™iler Weise das Sclireiben der 
1 ein bardisel teil Annen an die deutsdieu Annen sas der Mitte dea 13. Jahr- 
hunderts ilberein, in wekhem für die Knrli:ni--(ii' s.mvit. icli sehe, durch- 
weg der Ausdruck „fractio panis" gebraucht wird. 1 ) 

Wird dureh die vorstehenden Eriir^runrai der wuldenaische Ur- 
sprung der r Sieljeii i.iliniiji:iiii«li!i , ki i '- uihl 'Ii:; A Mi n m il l-ir ;j iib-T :li:> ~ü »ra ■ 
j!io:it'.' di:i L'i'ib'x Tepienais in liebem Grude wabvsi^Lei'ilidi jeaiaubt. 
gewinnt die ZiiSiiiirifi.iiifassiui^ beider Abu lmil 1 die sie]', in der Dnbliner 
Waldense rhandsebrift gerade so wie in dem Codex Tepleusis finde!, 
doppelte Bedeutung. Derselben hohen Werllisdiäl/uiifr der sieben Glaubens- 
stücke und dem eden-lien üirr.vnis auf die von Gott Anscr wühlten, denen 
es verliehen ist, „alle dyse ding vorezukennen mit geweren geczeilgeu 
und mit läutern Urkunden", wie sie die 'l'i-p'fr Hiind-fliiif". riitba!t, 
(.-■ni-ii wir ■.viril, -v h; der Kii.'.eiltia;; d.'ü -.'.al ■lt.-i i^l ;,.-:li -m „i|-esnr e Inrne 
de la fo," di-r wir Dank der ^iitii^n Yeriiiii-.eliini; vuii Herrn i 'iv> .-;er 
Atkinson tnitzntli eilen in der Lage sind. 2 ) Hier wie dort finden wir 
„die Getrauen" (Ii fidel) der grossen Menge der Ungläubigen und Gleich- 
gültigen i;e;;ei] Überreste II t, welelien du- r;eiili:;<- V:'i aliininisa der heiligen 

Zeichnungen einer katholische» Quelle, die nach Jvslcs der allerelemen- 
taraten Information von „katho Ii selten Bauernbuben 1 - zu dienen hatte, 
entsprangen seien? 

JFil triuiiiiiliii-ender ^it-ji--rli-:L 1::U. Jusf-s iiWr mein.; Ar:;U!ili-i;l;lli:ui 
abgcnrtheilt, durch die ich die lliiglicliki:;;. des walden-ischen Ursprungs 

suchte. Um sogleich auf den nach Joares Aatt'.i-,;ini!i entscheidenden, 
von mir angeblich übersehenen Punkt zu kommen, so soll jene Möglich. 

1 1 M l ; l Tenier l'ijriliujieiiverztii.-liiiiiHt nie den CbrUl.tai; drei .'dessen itn- 
CeseiKt -iiiil. Jrh nuiss e/eateb.-ii. - bemerk! Jn.if.vs, .tbi.-s ich suis ■ T . i- 
Lektüre der Werke von Hahn, Herzog, Dieckkoff, Keller und Haupt 



0 Vgl. Tregev, Beiträge mr Geschichte der IValdesier 0. a, 0. S. 23" ff. 
sj Siehe Anhang L 



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mich überzeugt habe, dass trotz alles Studiums die Dogmatil; der Wal- 
denaer noch lange nicht War gelegt ist; der eine widerspricht dem an- 
dern in den wichtigsten Punkten oft direkt; aber die Ansieht, dass die 
Waldenser die römische Hesse beibehalten hätten, habe ich doch 
nirgends gefunden." Leider beruht Jostes' abfällige lieurthciluug der 



r sieh die Mühe genommen, tiefer 
^liilvlue'm]. lii::^ ]; liiiili'!] UüiiiiMi. 



«r Waldcnser begegnet uns in der iiiurkwürrtiL'vii von C. Sfinnkii 
:■ fitriisslnirgfr HLUidHi'liviit mÜL;i.-:lirik^i T ' r | i y. i eim* ivalden- 



.briiigen Gott im Geiste am Altäre täglich Hostien dar. 5 ) flo kann doch 
nur der sprechen, welcher in der täjrliciion .Hesse eine heilige Institation 
erblickt! Damit stimmt es denn auch öberein, dass in den zahlreichen 
von uns beigezogenen edirten und nnedirten Inijnisitioniaktan über roma- 
nische und deutsche Waldensar gegen dieselben nirgends der Vorwurf 
der Verwerfung der Messe gerichtet wird; in einer umfangreichen und 
die sämmtlichen Hauptlehren der Waldenser berührenden Anweisung zur 
Inquirirung von Anhängern der waldensischen Sekte ist die einzige, die 



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17 



massig die grössto Glaubwürdigkeit verdient, weiss gleichfalls nichts 
von einer Verwerfung der Meise. Der weit tinverliis:%ere fWmstiner 
Petrus misst den österreichischen Waidensem des ausgehenden 14. Jahr- 
hunderts die Lehre bei, dass alle bei der Feier der Messe gesprochenen 
Worte, mit Ausnahme der Consekrationsformel und des Vater unser 
überflüssig seien; dasa darin eine grosse Uebertreibung liegt, ist von 
vorneherein klar, wird uns aber auch aus den eigenen Inquisitionsakten 
des Petrus bestätigt, in dessen Protokollen über die märkischen Waldenser 
des ausgehenden 14. Jahrhunderts 1 ) es heisst, dass dieselben an den 
Seelenmessen beigesteuert hatten, allerdings nur zu Gottes Ehre, nicht 
zum Heile der armen Seelen, und dass die Waldenser glaubten, es sei 
besser, die MeBsen au lesen, eis zu singen.*) Nnr von dem Standpunkte 
ans, dass die Waldenser die Messe als geheiligte Institution betrachteten, 
lässt es sich ferner erklaren, dass die von Hermann Schiläite bekämpften 
„Leonisten" die Stiftungen von Messen als Simonie bezeichneten 8} und 
dass die piemontesischen Waldenser noch am Ende des 15. Jahrhunderts 
die Priester, die G<dd r.ii Tue Messen empfinden, dein .Tirlas Isdiariot 
gleich stellten, der um Geld seinen Herrn verkaufte,*) 

Wenn wir nach dem Vorausgehenden in keiner Weise daran zu 
zweifeln haben, daas die waldensiscbe Sekte des Mittelalters in ihrer 
weitaus fiberwiegenden Mehrheit — einzelne radikalere Lehren mBgen 
immerhin in engeren Kreisen verbreitet wurden sein — an der katho- 
lischen Messe festgehalten hat, so braucht für rleiijenisjeii, der die Ge- 
schichte des Waddens erthams kennt, nicht erst gesagt zn werden, dass 
eine eigene Messfeier innerhalb der Sekte nur in ganz seltenen Fällen nach- 
zuweisen ist; die wal densischen Meister haben bekanntlich ihre ecel- 
sorgerische Thätigkeit in der Kegel anf Predigt und Beiehthoren be- 
schrankt nn« die Verwaltung der Eucharistie dem katholischen t'lerus 
flberlassen. Ein märkischer Waldenser sprach sich am das Jahr 1393 
über seine .Meister dahin ans, dnsa .die heiligen .Miluuer" besser als 
die sündigen Priester die Sünden vergeben konnten, dasa er jene indessen 
gleichwohl nicht für ächte Priester wie seinen Pfarrer gehalten habe, die 



i) Die Originalprotofcolle Bind uns in einem Wolfenhütteler Code* arbeiten, 
aber welchen Herr rmfussor W. Yy'aiteubmh, dem ich die nachstehenden Angaben 
verdanke, in Knrzem ITittheünng machen wird. 

E) qnod obtnlsrit in mliaii defnnetomm, nra qnoä animas jovaret, sedpropter 
denm fecerit. — item melius credidit legi qaam eantari mlssas. 

»] Coden latin. Slonac. n. 3906 enthalt den Traktat desJTtrmnnn v. Schmie 
„contra hereticoe (Leonistus i. Pannerei de Logdnno) dicantes mime coroparatiouem 
esse speciem." 

*] Hcrtog a. a. 0. S. 280. 

H&opt, «ald. Unpiung etc. S 



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18 

die Messe öffentlich feiern und die übrigen Sakramente verwalten dürften. 
Durch einen glücklichen Zufall ist uns indessen auch ein Zeugniss über 
die Stellung dar deutschen Waldenser zur katholischen Messe aus der 
Mitte des 15. Jahrhunderts erhalten geblieben, wornach wenigstens für 
diese Zeit eine eonsequentere Entwickelung des Verhältnisses der Sekte 
zur römisch-katholischen Kirche zu constatiren ist. Von dem waldeu- 
Bischen Priester Matthäus Hagen, einem Jünger Friedrieh Reisers, der 
um 1458 in der Neumark vor das Inquisitiousgericht gestellt wurde, 
berichten die Unter eudiiiiigsiirotokolk, er Labe, nachdem er um dem 
Bisohof Reiser zum Priester geweiht worden, Bich für berechtigt gehalten, 
das Sakrament der Eucharistie zu verwalten, Messen au celebrireu, 
und zw in dculseber S;;r;iehe und in l.nienkl.-iduni;-, hel. L ii Lilie seinen 
Glanbensgenossen das Abendmahl unter beiden Gestalten gereicht. 1 ) Also 
Italien wir liier sojrar eine Messe innerhalb der waldeiisischen Sekte 
vor uns, «ie, Als 'hu entS'-lieidenSEe Zen;;niss t ii l- di> AtieiAenuuTie/ iler 
Messe unter den WaLdensern, es uns denn auch leichter verstehen lässt, 
dass katholische Geistliche, wie wir oben gesehen, längere Zeit der 
waldensi sehen Sekte angehürt haben. 

Wenn Jostes die Beobachtung der in dem Tepler Pcrikopenver- 
zeiehniss aufgeführten Heiligentage seitens der Waldenser bestreitet, so 
habe ich die Leser eigentlich nur auf die in meiner ersten Schrift ent- 
haltenen Nachwcisungen über die Stellung der Waldcjwer zum katholischen 
Heiligenltultus zu verweisen: ich Wülste nicht, wie diese und namentlich 
die unzweideutige» Angaben des Inquisitors Petrus durch die abweichende 
Notiz eine» KleiohKeil.ij.vii anonymen Traktate, auf den sich Jodes be- 
zieht, hiiifii.1% eviiniub'. werden seilten. In erwünsel.tei- "Weise werden 
nun überdies jene Ansahen durch eine Reibe Tun uuedirteu inuuisi tie.ua- 
protokollen aus dem Archivo des Coelestiners Petrus bestätigt, die mir 
durch die Güte von Herrn Profesaar Wattenbarh bekannt geworden 
sind. Uiii um Wi'Xi in den llieresen Uiiiuiiiii und l'nsei: vor Gericht 
gestellten Wal de nsev bekennen jenen Protokollen zuteile, dass sie an den 
Vigilieii ilirer Schutzheiligen und der Juniji'rau M iii L i;L l'asloleii und deren 
Feste begingen, aber Gott, nicht den Heiligen zu Ehren; andere sprachen 
sich dahin aus, dass die wählen* isrhen Sfi islcr sie irebilivt hätten, an den 
Vigilien der Heiligen zu Ehren Gottes and zum Gedächtniss der Heiligen 
/.n i'üM'iii, aber nieM (iiesii, sondern allein GljH anzubeten.") "Wir ersehen 



1) Nilliarei darüber »ir.I in Kur /.um Herr l'rnf.issoi Watlen/mclt uns il,-r 
oben erwähnten Volfciitrattler Handschrift mittbcilen. 

s) fecernnt (mBgiatri ] aum jejaoarE Mnctis ai landem dei et ad recor- 
dacioDoin eormn et non adurare eoa, sed aolnm damti. 



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19 



hieraus von Neuem, wie wenig die Waldemar noch am Ende des 14. 
Jahrhunderts von der Praxis der katiwlisdieii Hei liirea Verehrung sich 
entfernt hatten, und wie sie gerade an dem liusserlichen Ciütus, auch nach- 
dem sie schon principi eilen Widerspruch gegen die Lehre von der Mittiir- 
sclüit': der Heiligen erhüben hfiUi'ti, uiiui:t ttL'ijL festgehalten haben. 

Als unvereinbar mit dem waldensischen Ursprung des Tepler Peri- 
kopenverzeichnisses werden femer von Jostes die sechs Lektionen an- 
geführt, welche das Verzeichniss für den Samstag in der ersten Woche 
nach dem Aschtage ansetzt. Diese Lektionen beziehen eich nach Jostes 
auf die ersten sechs von den sieben Priesterweihen, die an diesem Tage 
stattfinden, und welche wie Uberhaupt jede Consekration von den Wal- 
densern verworfen worden seien. JostCS bezieht den hier ganz ernst- 
haft auf doli darn.h Frit.ii: bekannt LremaebteJ) l.ieriefir über diu Ordi- 
nation <ltT '.Yaldensiseaeii I'redi^ei', ffl-iii ::i uln uli iIihj-s jeaeds de.ii Wal- 
densern als wirkliche Priester gegolten hatten, und verschmäht eben so 
wenig die Anführung der dem Friedrich Reiser in Prag ertheilten 
rj'iüs-.^ruTiho, tiii? dieser bekamr.'.ica vjti dem t a b o r i t i s i :i o 11 15is;:lnii' 
Nicolaus vom Sande erhalten hatte! 

Kine Erörterung der Stellung der Waldenser zu der katholischen 
Priesterweihe, für welche doch noch ganz andere Zi-n^m-.-e als das im 
von Jostes citirten österreichischen Inquisitors heranzuziehen wären, 
kann ich mir hier versagen, da, soviel ich sehe, das Tepler Perikopen- 
verzeichniss mit dieser Frage Oberhaupt nichts zu thun hat. Was die 
von Jostes angeführten seebs Legionen anlangt, so sind dies diejenigen 
des Samstags der Frühlingsquatemberwoche, für welchen, wie für jeden 
der vier Qnatembersarastage ausser dem Evangelium fünf alt- 
testament Li che Abschnitte und eine Epistel gewöhnlicher Art vorgeschrieben 
sind. Dass diese sechs Lektionen auf die an diesen Tagen stattfindenden 
Priesterweihen direkten Bezug haben, ist eine ganz und gar verkehrte 
Aneicht, welche die unzweideutigsten Zeugnisse Ober die Geschichte der 
für die Zeit der Ordination erlassenen Bestimmungen ausser Betracht 
lässt. Noch unter PapBt Leo I. waren für dio Priesterweihe die Sonn- 
tage des Kirchenjahres, ohne allen Unterschied, bestimmt, und erst in 
der Folgezeit wurden, t:m- iJarsti -II im? eines der hervor rasendsten katho- 
lischen Liturgiker zufolge „die Ordinationen auf die schon vorher exi- 
stirendea ^natember verlegt", deren Lektionen unfraslieb in die früheste 
Periode der alt christlichen Zeit zurückgehen.') Abgesehen von diesem 
Errthnm bezüglich der Genesis der Quatemberfeier, widerspricht die Dar- 

i) Vgl. F. X. Schmiä, Litargtx der christlutloHsclien Religion BJ. III 
S. cm S. 1 S. Sii4 f. Vgl. Sänke, Das kirchliche Pericojensyateia S. SC7 ff. 



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20 



Stellung von Jostcs aber auch vollständig der volksthüm liehen katholischen 
Auffassung von der Bedeutung der Qnatemberfasten — und diese kommt 
doch in erster Linie bei der behandelten Frage mit Rücksicht auf die 
waldensisehe Sekt« in Betracht! — , die eben durchaus in den Quatem- 
bern „Bnsstage, an denen wir uns durch Gebet, Fasten nnd Almosen 
reinigen nnd heiligen sollen, eowie Dank- und Bittage für den Segen 
der verflossenen nnd für den Segen in der beginnenden Jahreszeit' er- 
blickt. ') Wie wenig der Veranstalter des Tepler PerikopenveMeiehnlMB* 
daran gedacht hat, die gedachten Lektionen in Ileziehmig zu der Priester- 
weihe zu bringen, geht schon daraus hervor, dass er von den sechs 
Lektionen des WinterquateniberBamatages, der ja ebenfalls im Mittelalter 
Ordinatioustag war, die fünf alttestamentiichen Lektionen ausgelassen 
und nur die treffende Epistel (2. Thess. 2, 1—8) angemerkt hat. 

Jostes fahrt in seiner Beweisführung fort; „Wie kommen ferner 
die Waldenser an die zwölf Lektionen für die Wasserweihen 
am Charsamstage, welche das Verzeichniss aufführt, sie, die „aquam 
baptisinalem non credunt aqua quacunque alia sanctlorsm, cum in qnali- 
het alia aqua valeat baptizari?". - 

Von „ Lektionen für die Wasser weihen" findet sich ebensowenig 
eine Andeutung in dem Kölnischen IHssale, als den Liturgikern darüber 
Etwas bekannt ist. Die zwölf für die Feier der Ostervigllie nach dem 
älteren Gelasiseheu Kitut vji'ercEchriijbenen altlüstnniL'ntlidien Lektionen 
sind von Äugusti 2 ) und F. X. Schmitt 5 ) in der Weise gedeutet worden, 
daas wir in ihnen einen Grundrisg ebensowohl „der Typik und Sym- 
bolik des alten Bundes" als „eine treae Abbildung der Oekonomie des 
neuen Bundes" zu erkennen bäUen. wi<: derselbe ja. allerdings für den 
Vorabend des Auferstehungsfestes trefflich angebracht war. Hanke*) 
dagegen ist mit Pseudoaknin der Meinung, ilass jene Lesungen mit Rück- 
sicht auf die in der altchristlichen Zeit am Charsamstage stattfindende 



i) Vgl. (ÜÄr, Das heilige Messopfer S.410. Auch dioaer katholische Schrift- 
steller bemerkt: „Später wurden die Qnatpmbcrsamstage auch Ürdinationstago, 
weil sie sich besonders eigneten znr Ertheilung der heiligen Weihen"; ferner 
(S. 409): „Koch Schürfer tritt die Signatur ernster Bnsatrancr in jenen Tagen 
hervor, welche altl«ta in entliehe Lektionen in vermehrter Anzahl haben.» 

ä) l)eukwflr<li S keitei: ISil. II S. 212-215. 

3) a, a. 0. Ed. III S. bSO. 

<) a. a. 0. S. 341 ff Vgl. Aloysius M. de Carpo. Compendiosa bibliotbeca 
litnrgica. Bcnon. 187S S. 390 : Prophetiae, qaae post cerel paichalis benedictionem 
legnntnr, Christi doctrinam siguifleaut et duudecim poiinntiir in honorem tlnodocim 
«postolornm... ieguninr porro ad instrnetionem fldelinm, seil praesertim catecha- 



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21 



Taafo der Kntechumeuen und auf die Erbauung und Unterweisung 
der Täuflinge ausgewählt sind. Wie dem nnn auch sein mag, von einer 
Beziehung der Lesestücke anf die Wasserweihe kann natürlich kelue 
Rede sein, da diese in der altchristlichen Zeit hinter dem Taufakte an 
Bedeutung vollständig zurücktrat. Erst im Mittelalter entwickelte sich 
allmählich die Sitte, die früher (estbestimmten Taufzeiten (Ostern und 
Pfingsten) zu Hingehen und an jedem Tage im Jahre zn taufen, und auf 
diese Waise blieb fltr den Charsamstag von der früheren solemnen Kate- 
chumenentaufe nur die Weihe des Tanfwassers bestehen. Aber auch 
diese ■.vurde in lieuisciihiud iui'1 seinen Nachbarländern nicht für den 
Charsainstag: durchaus festgehalten, Mindern in verschiedenen Landschaften 
namentlich in Böhmen, Schlesien und Polau ist an die Stelle des Char- 
samstags als Tag der Wasser wei Ii e die Vieilienfeier des Epiphanienfestes 
(5. Januar) getreten, das bekanntlich die orientalische Kirche noch heute 
als Erinnerungsfest an die Taufe Christi im Jordan und als eigentliches 
Fest der Wasserweihe mit besonderer Keicr^iehkeit liebeln. 1 ! Haas das 
Römische Missale die zwölf Lektionen des Cbarsamstags in keine direkt« 
Verbindung mit der Wasserweihe bringt, geht daraus deutlich genug 
hervor, das» es die Lektionen in jedem Falle für die Feier der Oster- 
vigilie vorschreibt, während die Tauf wasserweihe nur dann stattzufinden 
hat, wenn die Kirche einen Tanfbrunnen besitzt; 2 ) es ist aber bekannt, 
dass noch bis auf die Zeit Karl* de* liniüseri nur die hisohnflichen Kirchen 
Baptisterien hatten, eine Folge der altchristlichen Sitte, die feierliche 
Tiiufc .luasfti'.ii^älif]] durch die lüsehffe vernehmen mi hissen. 

Auf Orund des Perikopenverzeichnisscs, so viel dürfte aus den vor- 
ausgehenden Erörterungen resultiren, wird es schwerlich angehen, den 
dureii die zurrst, besprochenen Anliängo hüchst wahrscheinlich gr-mar-hten 
waldensischen Ursprung der Handschrift aheuweiscu; mit. demselben Rechts 
könnte man im anderen Falle die Dubliner Handschrift vom Jahre 1524, 
weil sie neben einer langen Reihe von waldensischen Tractaten aus der 
vorhnsitischen und husitischen Periode auch einen Heiligenkalender ent- 
hält, den Waldensern ahsprechen oder etwa den waldensischen Charakter 
der Grenobler Bibelübersetzung bestreiten, weil derselben ebenso wie 



i) F.X Schmid, a.a.O. I 8. 170 S. 53. Alt, Der chriatl. Cnltus II S.S19. 

s) Miisäle Humanuni: Bis oiplstia, ai sccleaia babaarit fontem bsptismalem, 

sacerdoa bonedietnini fontem acciplt pluviale violaconm ubl vero nou eat 

funa baptismalis, Anita ultima prophetia cum am oratione celebrem caanlam da- 

') Vgl. F. X. Schmitt, a. a. 0. I 9. IÖ3 ff. 



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22 

der Tepler Handschrift ein Pcrikopenverzeichniss angehängt ist. ') Aber 
sogar den Fall gesetzt, dasa das Verzeichnisa in einzelnen Punkten mit 
den uns erhaltenen Zeugnissen über das altere WaMensevthnm im Wider- 
spruch zu stehen schiene, so würde dies als ein stringentcr Beweis gegen 
die waldensiscbe Herkunft der Tepler Handschrift nicht gelten können: 
der Charakter der waldeusi scheu Dogmenentwickclung ist bia auf die 
Reformation herab ein schwankender und unfertiger gewesen und wir dürfen 
uns nicht wundern, wenn wir in ihr, neben der mit bewundern 3 werther 
Energie verfolgten Richtung zur sittlichen Reform, einer Reihe von in- 
consequenten Anlehnungen au den katholischen Cultus und Lehrbegriff 
begegnen, die denn auch den Waldes Bern von den böhmischen Brüdern 
sowohl als den mit ihnen in Verbindung getretenen Reformatoren des 
16. Jahrhunderts nachdrücklich vorgehalten worden sind. Was unseren 
spcciellcn Fall anlangt, so wäre eine derartige Inconsequenz um so ver- 
zeihlicher, als sogar Martin Luther, worauf Kamerun aufmerksam ge- 
macht hat, seiner Uebarsetzung des Neuen Testamentes vom Jahre 1524 
ein ganz nnd gar nach dem Römischen Messbuch angelegtes Lektionen- 
verzeichniss hat beifügen lassen, in dem die drei Messen am Christtage 
ebensowohl als die sechs Lektionen „am Samstage in der Frohnf asten" 
und die zwölf Lektionen am Charsamstag Aufnahme gefunden haben. 



i) Vgl. die Notiz von Gilly, The Bemannt Version of tbe gospel aecoedisg 
to St. John, p. L: On paper there ia h list of tbe paaaagea appointed to be read 
,on the anndaja and festivale tbmnghont the jear" lioginning thns: aici com- 
menija lo registre de Ii ecangeli de las escriptnras per lo ccrconäaaeat ilel an, e 
premicrament en l'av-enament de] aegnor. Dominica prima, Ep. Rom. IS. Sabent 
aqnest teinp. St. Jean 21. Äqual qnc ven al nom dpi. Paria 4. Ep. Jaqn. 4. 9. 
Matt. 3. Feiia 6. Tim. 2. Lot 3. Over against the Services for Christmas-day 
is tbia note: In nstivitaa domini; in galli cantn. 



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n. 



Die waldensische Bibelübersetzung des Codex 
Teplensis. 

Ueber den mir von Jostes gemachten Vorwarf, dass ich von 
der Stellung der Vulgata in der mittelalterlichen und jetzigen Kirche 
Und von dem Zustande dt-r Yiil^iulintiil^eliriften in den verschiedenen 
Jahrhunderten sowie von ihrem Verlütltniss zur Itala „keine Ahnimg 
habe,* verliere Ich wie Uber eine Reihe ähnlicher Exkurse kein Wert: 
von meiner Saite ans soll Jostes die Ki-roise, die er bei seinem Vublikuin 
durch solche Kampfesweise errufen haben mag 1 , ungeschmälert gemessen I 
Die Kardinalfrage nach dein Verhaltniss der deutschen Bibelübersetzung 
des Codex Teplensis zu der ru manisch- waldenaiscben der Dubliner Hand- 
schrift anlangend. s=ü hiw /unliebst die Uebcrsetzivng des „Elina hominis" 
dar Vnlgata durch „fllh de la, vergena 1 - hei den rumänischen Waldensern 
und durch „Sun der Haid" in der Tepler Handschrift besprochen. 
Jostes hat durch Heranziehung eines Briefes des Abtes Alexander von 
Juniiege ') zn erweisen gesucht, dass jene Uebersetzung „eine im Roma- 
nischen, ganz gebräuchliche war;" ich bestreite aber die Richtigkeit dieser 
Argumentation durchaus, und glaube, dass ans der citirten Stelle, welche 
die Uebersetzung en „filius viri," „filius femiiiae' und „fllius virginis" gleich- 
berechtigt lieben einander stellt und schliesslich alle drei als unrichtig 
verwirft, ein Schimm auf die im Romanischen üblichen Uebersctzungen 
des biblischen Ausdrucks überhaupt nicht gezogen werden kann. Mag 
der Leser selbst über die Itidnifrkoit meiner Interi'i-eiatiiiii der m:ir:ü aii- 
gefilbrten Stelle sein Unheil abgeben! 

Noch weit unzutreffender und Irreführender ist die Bemerkung 
von Jostes, dass der Ausdruck „Henschensohn" im Mittelhoch deutschen 
„eine ebenso ungebräuchliche Benennung war, wie sie jetzt gebräuchlich 



fütest. Kon e.nim ftlkis 
Tel lliiüs Virginia, ijnaini 
neqne aliud illiquid faci], 



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21 



ist" und dass an ihrer Stalle im Mittelalter durchweg: der Ausdrock 
,.Sohn der Haid* gefunden werde. In erster Linie beruft Bich hiefür 
Juiti:* aal' Wilhelm Grimm* Einleitung zur (ioldenen .Schmiede des 
Konrad von Würzburg, in welcher die in der mittel Li Iterl kl len Litteratur 
gebranehten Btv.(>i<;htiii)i;re.iL für Christin /.iiüjinmctis-etraL'-cn Bind; nach- 
dem man nnn aber bei Jostes die Behauptung, dass bei Grimm wohl die 
.Ausdrücke .der moyilc kint" udor .der meide suti,- nicht- aber miaor .,'jb:n- 
schenBuhn" sich limlfii. gelesen lütt, wird m.m kaum Beinen Augen tränen, 
wenn auf derselben von Jostes citirten Seite der Griinm'Bchen Ein- 
IHtuiig snvet iieisidele :'iir die Itezeichimii!; .iles menschen kint" uns !>"- 
gegnen. Und wenn Jostes noch ferner bemerkt, die von Grimm ange- 
führten Beispiele für der „maid aun" Hessen Bich maasenhaft vermehren, 
bu ist es doppelt erstaunlich, dass des weit häufiger auftretenden Aus- 
drucks „des menschen Bim," deaBen oftmaliges Vorkommen Jostes unmög- 
lich entgangen Bein kann, von ihm überhaupt nicht Erwähnung gethan 
wird. Die Frage, ob der Ausdruck „sttn der maid," wie er sich ill 
mittelalterlichen Predigten findet, durchweg für eine Uebersetzung des 
„rilins tnimiiiis" il.'t Vul^ata 'SM gelten hat. ist mich ureinf-r Auffassung 
entschieden zu verneinen; in den weitaus meisten Fällen sollte damit wohl, 
ohne Bezugnahme anf eine biblische Stelle, lediglich dieThatsauhe der Ge- 
burt Christi durch die Jungfrau Maria zum Ausdruck gebracht werden. 
Anderseits wird, was allerdings mir, wie meinen Vorgängern Eeuss und 
Herzog entgangen war, der Ausdruck „litius hominis" in einzelnen mittel- 
alterlichen Predigten an Stelle des sonst gebrauchten „des menschen sun, 1 - 
durch ..tun der maid' wifidergegfdien. Wird dadurch die von mir im 
Anschlnas an Herzog geäusserte Meinung, dasa jene Debersetzung eine 
um- .iiT] W;ildeu:.ei-n ciKri[it.hü]:ilii!lin irnwesr-n, widerlegt, so kommt doch 
in unserem Falle gar sehr die Frage in Betracht, in welchem Umfange 
jene freie Uebersetzung des biblischen „filius hominis" in der deutschen 
Litteratur und bei den romanischen Waldeneern angetroffen wird. 

Die Waldenser haben, wie ans den Nachweianngen von Hersog 
und Giili/ und den bisher bekannt gewordenen romanisch-waldensi selten 
Schriften hervorhobt, suwulil in ihrer Bibch'ersion, den Ans druck „flliUB 
hominis' consequent in „fillt dt la venjviu- iniigesnt'1. als auch in ihren 
theelc.gische.n Traktaten sich durchaus dieser Ucbui'ietzuni: bedient. Für die 
deutsche Predigtlitteratnr, das mBasen wir, wie schon bemerkt, zugeben, 
ist der Ausdruck „snn der maid" kein ungebräuchlicher; wie ateht es 
nun aber in dieser Beziehung mit den mittelalterlichen deutschen Bibel- 
übersetzungen; 

Meine Absieht, neben dem für diese Frage in Betracht kommen- 
den gedruckten Material, die sammtlichen vorhandenen deutschen Eibel- 



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25 

hämisch i'if teil , enthalten sie nun L'ebersetzungen des ganzen neuen 
Testamentes oder einzelner Tlieile desselben oder Lektionarien, zur Unter- 
suchung heranzuziehen, «urdo durch die in der Vorrede berührten per- 
sönlichen Verhältnisse vereitelt, die mir es voraus sich flieh auch in der 
nilchsten Zeit verbieten werden, je.nc Lücke zu pchliessen. Immerhin, denke 
ich, dürften die von mir gegebenen Nach Weisungen bedeutungsvoll genug 
sein, um auch den Gegner der von mir vertretenen Hypothese, wenn es 
ihm wirklich „mit der Erkenntnis der nackten Wahrheit Ernst ist" zu 
reiflichem Nachdenken zu bestimmen. 

Von gedruckten althochdeutschen und mittelho eh deutschen Bibel- 
übersetzungen sei zuerst des Heliand Erwähnung gethan. In ihm 
finden wir durchaus die Uebersetzung „mannas sun" (v. 2582. 4463. 
4381 etc. ed. M. Hegne); <> t fr i d's Evangelienbuch gibt „filius hominis" 
wieder mit „tber mennisgen iuu" [II, 7, 74. 12, 62. IV, 7, 52 etc. ed. 
Erdmann). Die von Schneller herausgegebene nnd in das 9. Jahr- 
hundert gesetzte Ccbersetziüijr des Matth ausevangeliuius ') bietet durchweg 
„mannes sun," die leider nur ganz fragmentarisch erhaltene, von Keine 
herausgegebene Bihel-Uebersetzung aus dem 12. — 13. Jahrhundert an 
der t'ü.zig.^i emitiulii'tiareji «teile (Juli. ">, 27): „des raenni sehen sun." 2 ) 
Die gleiche Uebersetzung finden wir ansnahmslos in den von Heppe*) 
mitgetheilten Fragmenten einer mitteldeutschen lühelversion des 14. Jahr- 
hunderts sowie in dem Evangelienbuch des Matthias von Beheim*) 
vom Jahre 1343 angewandt; auch der dem 13. Jahrhundert angehörende 
Verfasser des Gedichtes „vom Leben Jesu, vom Antichrist und vom 
jüngsten Gericht*)" hat sich die nach Jostes so ganz ungebräuchliche 
Uebersetzung ,dea menschen sun" und .des menschen ehinf zu eigen 
gemacht. 

Nachdem wir gesehen, dass die BSmmtlichen herangezogenen ge- 
druckten deutschen Iii bei Übersetzungen, die sich auf die Zeit vom 9. bis 
14. Jahrhundert vertheilen, durchaus die wortliehe Uebersetzung des Aus- 
druckt „fllius hominis", in keinem Falle die bei den romanischen Wal- 
densern eingeführte enthalten, wenden wir uns zn dem ungedruckten 



'} EvangeliisecundomMitthaenmvMaioFriBcica iBecnh" IX. Hg. v. Schweiler 
1827. Vgl. Kehrein, Znr Geschithte der Deutschen Bibelübersetzung von Luther 
8. 1«. 

s) Sitznngulierichte der hiator. n. pbilos. • philolog. CImis der Mänchener 
Akademie 1369. 8. 564. 

>) Zeitsehritt rar deutsches Alterten» IX 1853 S. 264 ff. 
') Hg. v. S. Sechstem. Leipzig 1867. 
i] H. Hoffmam, Fnnagrntien I a. 127 ff. 



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26 

Hateriale. Iii erschöpfender Weite kunute ich die reichen Schatze der 
Münchener Hof- und Staatsbibliothek für unsere Frage ausnutzen, wobei 
sich der besondere Vortheil ergab, dass durch die von mir eingesehenen 
Handschriften abermals ein umfangreicher Zeitraum, die Zelt vom 13. bis 
7. a Ende des 15. Jahrhunderts, repr&sentirt wird. Die von mir benutzten 
Miinchcner Handschriften sind folgende; 

1) Cgm. 746 (saec.XV.j. Oebersetzung des Matth ans- und Johannes- 
Evangeliums. 

2) Cgm. 5018 Uebersetznng des neuen Testamentes mit der bisher an- 
beachtet gebliebenen SchlusBSchrift (p. &81a): „anno MCCCC 
und in dem XXXV jar do finlrt ich das pnch alz ez eins hat 
geslagen nnd sing XIIII or den tag an sant Nery nnd Achelley 
ahent Johannes Viler ton Kobnrg." Wir habt!» hier also eine 
Schwestcrliiindsdirift zu der gleichfalls von Filcr's Hand her- 
rührende» I'apierhandsclirii't Nr, 15 der küniirlirln']] liiHioltiiik 
zn Stuttgart vor nns, welche letztere bereits Pfeiffer richtig in 
das 15. .Tab rl Hindert gesetzt hat. Vgl. Kehrein a. a. 0. S, 2i 
nnd 79. 

3) Cgm. 532 (aus dem Jahre 1367). Evangelienharmouie und 
Episteln de tempore et de sanetis. 

i) Cgm. 3966 (saac. XV). Episteln und Evangelien für das Kirchen- 
jahr. 

5) Cgm. 4878 (aus dem Jahre 1372). Gleichen Inhaltes. 

6) Cgm. 300 (ans dem Jahre 1432). Gleichen Inhaltes. 

7) Cgm. 1150 (ans dem Jahre 1471). Gleichen Inhaltes. 

8) Cgm. 434 (saec. XV). Evangeliarinm. 

9) Cgm. 743 (ans dem Jahre 1442). Evangelien nnd Episteln 
fBr das Kirchenjahr. 

10) Cgm. 348 (saec. XV). Gleichen Inhaltes. 

11) Cgm. 66 (saec. XTH vel XIV). Evangeliarinm. 

12) Cgm. 157 (saec. XIV). Evangelien nnd Episteln für das Kirchen- 

13) Cgm. 529 (saec. XV). Gleichen Inhaltes. 

14) Cgm. 530 (saec. XV). Gleichen Inhaltes. 

15) Cgm. 424 (saec. XIV vel XV). Evangeliarinm. 

16) Cgm. 745 (ans dem Jahre 1397). Gleichen Inhaltes. 

17) Cgm. 58 (saec XIV). Evangelien und Episteln für das Kirchen- 
jahr. 

18) Cgm. 50 (saec XHI). Gleichen Inhaltes. Fragment. 

19) Cgm. 533 (saec. XV). Gleichen Inhaltes. 



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27 



20) Cgm. 531 (ans dem Jahre 1420). Sonntägliche Episteln und 
Predigten. 

21) Cgm. 1118 (saec. XV). Episteln and Evangelien für das Kirchen- 
jahr. 

In allen diesen Handschriften — und dies« bilden den gesainmtea 
Bestand der Milnchener Bibliothek an vorlntherischan dentschen Bibel- 
übersetzungen — findet sich durchaus „filius hominis" mit „des 
menschen son" oder „des menschen kiud" wiedergegeben. Eine 
dem ,snn der maid" entsprechend* i'eb Ersetzung begegnet nur in der 
einzigen Handschrift Cgm. 205 vom Jahre 1472, welche getreu init den 
ersten deutschen Iiibel drucken übereinstimmt und allem Anschein nach 
für eine Abschrift der ersten gedruckten deutschen Bibel anzusehen ist. 

Die Uebersetzung des „menschen son" findet Bich ferner in 
22 u.23) zwei dem 15. Jahrhundert aiigehiSrcuden Handschriften der Mainaer 
Stadtbibliotbek, von denen die eine die Episteln, die andere die 
EvLiu^eliuj und E[>isi.eln auf das Jahr enthält, 

24) der Handschrift nr. 1459 der Erlangor Universitätsbibliothek 
(Evangelien, und Episteln für das Jahr, saec. XV), wie ich einer 
Mittheilung von Herrn Professor Kolde entnehme, 

25) einer im Privatbesitz von Dr. Mihhsack in Wolfenbuttel befind- 
lichen Papicrliandschrift des 15. Jahrhunderts „de passie uns 
L b. als sy de Leyrre bescbrijvent" (Mittheilnng von Herrn 
Professor Kuwerau in Magdeburg.) 

26) Hs. 790| der Giessener Universitätabibl. a. XV. Niederdeutsches 
Evangeliarium. Fragment. 

Ans den vorstehenden Nachweisungen , deren Ergänzung durch 
andere Hand ich dringend wünschen möchte, ergibt sich, dass die Jasles'- 
ache Behauptung, die Uebersetzung „Menschensohn" sei im Mittelalter 
eine ungebräuchliche gewesen, den Thatsachen total widerspricht und 
das; vielmehr die bei den »Valdensara übliche Uebersetzung „Sohn der 
Maid" in der Lltteratnr der deutschen Bibelübersetzungen, soweit wir 
dieselbe bis jetzt genauer kennen, nur durch die Tepler Handschrift und 
die ersten deutschen Bibeldrucke vertreten wird. Die Bedeutung dieser 
Tbatsache wird noch dadurch verstärkt, dass, wie wir im Anhange zeigen 
werden, die herangezogenen Bibelübersetzungen nur zum Theil in einem 
gegenseitigen Verwandtschaftsverhältnisse stehen und dass deren Schreiber 
ihre Vorlagen mit ziemlich grosser Freiheit benutzt haben; das durch- 
gängige Fehleu der Uebersetzung „Sohn der Maid" scheint unter diesen 
Umständen nicht auf blossen Zufall, sondern nur auf prineipielle gegen 
jene Uebersetzung erhobene Bedenken üurückguluhrt. werden zu küiinmi. 



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28 

Ueber die bedeutsame Thataache, dass der Codex Teplensis „gehenna" 
mit „angst und „pein" analog der in der Bibelübersetzung and in den 
theologischen Traktaten der romanischen Waldenser begegnenden Ueber- 
setzung „pena" wiedergibt, ist Josten mit der seltsamen Bemerkung hin- 
weggegangen, dass „die Uebersetzer aller Sprachen sich dein Worte 
gehenna gegenüber in Schwierigkeit befunden haben." Wir halte» es 
für instruktiver, auch hier wieder den deutsehen Uebersetzungen das 
Mittelalters, gedruckten und ungedruckten, das Wert zu geben. 

Im Heliand finden wir die Uebersetzungen „inferue, belli grund, 
belli guilnving , helli-wili, lidliii": iJUVid'g Evaugolieiibudi übersetzt 
..gehenna" mii .heila, lnjllijüjüi, helli vV/A", die von ridniieller t'dirten 
Fragmente des JTiitrJiiiussviiiigi.'liiims mit „lirdlii t'nir, L'iüa-vizi". In den 
viju Hepjie v-.'iüil'<.'HLli i.liten Hvani;e]ie:iti;L;;]:uinteti leisen ivir „5011 der 
helle- und „Bericht der lieHu"; lud Mttf/iian von Itelidui wechseln die 
Ausdrücke „hellisches für', helle des fnris" und „belle". Eine Anzahl 
von Proben Ton Uebersetzungen von „gehenna" in mittelalterlichen Hand- 
schriften finden sich in Kehrein'a Werkchen „Zur Geschichte der deut- 
schen Bibelübersetzung vor Luther" mitgetheilt; wir können dieselben 
durch die von uns herangezogenen ungedruckten handschriftlichen Ueber- 
setzungen reichlich vermehren und an ihrer Hand konstatiren, dass von 
Schwierigkeiten, denen diese mittelalterlichen deutschen Bibelübersetz- 
ungen der Widergilbe von „gehenna' gegenüber sich befunden haben 
sollen, keine Rede ist und dass sie fast eininiithig „gehenna" mit „helle" 
oder „herrisch feur B oder „helle des fenrs" übersetzt haben. 1 ) Soweit 
meine Untersuchungen reichen, steht der Codex Teplensis mit seiner der 
romanisch -walden stachen Version entsprechenden Uebersetznng „äugst" 
und „pein" in der mittelalterlichen deutschen Litteratur einzig da. Am 
alleruierk würdigsten ist es, dass auch die einst im Besitze J.M. Goeze 's 
befindliche, fast wörtlich mit dem Codex Teplensis und den ersten deut- 
schen Bibeldrucken llbereiiiitiiimiende Bibelliaiulsdnill aus de:n .lalire 
1*00 gerade bei der Uebersetzung von „gehenna" (Math. 23, 15) von 
dem Codex Teplensis abweicht und dessen Uebersetzung „angst 1 in 
„helsches ewiges fuwer" verbessert; 2) also war offenbar schon 70 Jahre 



1) In dieser Waise findet »ich „gehenna" fibersetit in Cgm. 746, 3982, 300, 
1118, 1150, 484, 743, 348, 6«, 530, 424, 745, 4878, 53, 6018, 629, 681, 532, furner 
In den von Kthrcm benntitsn Handschriften Cod. Monsc. 14511 (7), cod. 8tntls. 
n. 15, cod. bibL Ups. u. 34, codex tiothan. sowie in den ersten niederdsntsch«n 
Bibeldmcken. — Cgm. 633 übenatit Math. XVIU, 9: ewig fonr, cod. Erling, nr. 
1459 Math. 5, 22; schuldig des fegfewre. 

1 J. M. Goese, Vsrsnob einer Historie der sedrnexten nioäeraächsiaclien 
Bibeln. Halle 1775 H. 10. 



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29 

vor dem Erscheinen der vierten deutschen Bibel, die genau dieselbe Cor- 
rektnr an der waldensischen Uebersetznng von „gehenna 11 vornahm, die 
letztere als ungewöhnlich anfgefallenl 

AU Zeugniss für die äusserst nahe Verwandtschaft der der Dnbliner 
und Tepler Bibelübersetzung zu Gründe liegenden Vnlgatatexte hatte ich 
vierzig Stellen angeführt, an welchen beide, unter rieb ubereinstimmend, 
von dar revidierten Vnlgata des Jahres 1532 abweichen. Die Auswahl 
dieser Stellen war keineswegs auf Grund von eigenen eingehenden text- 
kritischeu Unters Dehlingen erfolgt, sondern ich hatte aus der Grossen 
Meagi! der l'f;iders,jitie".'ri l't:bi;r(;in!<liniumngen in erster Linie die von 

Bibel ausgemerzten oder veränderten Lesarten des Codex Teplcnsis heraus- 
gegriffen. Namentlich die letzteren, im Ganzen fünfzehn von den ange- 
führten vierzig Stellen, waren für mich insofern bedeutsam, als sich aus 
ihn™ 7Ai ergeben srlii™. duss sdnm nie Kii'l*- des Jahrhunderts ein 
Theil der Lesarten der Vulgata vom .Tahre 1592 eine gewisse offizielle 
Geltung hatte, während umgekehrt den entgegenstehen den Varianten der 
Dnbliner and Tepler Handschrift, als der Vulgata widersprechend, der 
Krieg erklärt winde. Ob die Annahme von Jostes rktüig ist, duss die 
Differenzen zwischen dem Teite der Tepler Handschrift und der ersten 
drei deutschen Bibeidrucke einerseits und dein der vierten Bibelausgabe 
imervsr-irs eint'.ir.'h ans der Heranziehung eines lateinischen Druckes durch 
den Redaktor der vierten Bibelansgabe zn erklären sind, muss ich dahin- 
gestellt sein lassen, da mir für den Augenblick die Nachprüfung dieser 
Vermuthung nicht möglich ist; ihre erst noch darzulegende Richtigkeit 
zugegeben, so würde dennoch den gemeinsamen Abweichungen der Dub- 
liner und Tepler Handschrift von den Lesung™ dar vierten deutschen 
lülji-l n:irl ilcr mit. iiir iibi.-reinst.imins'iiü™ Vulgat:: vnn 1592 ihre Be- 
deutung insoferne bleiben, als sie die nähere Verwandtschaft der von 
d-Tii deutschen und romanischen Ueberset./ev benutzten Viilgatatexte doku- 
mentiren. Freilich auch das will Jostes nicht gelten lassen. Um mich 
zu widerlegen, wird von ihm ans einer ViilgütiLhrindsctirii't. tl-js Klosters 
Werden eine Reihe von Parallelstellen, im Ganzen siebenzehn, zu den 
von mir aufgeführten 4(1 tibereinstimmeaden Lesart™ der Ttisil«>- und 
Dnbliner Handschrift aufgeführt, und auf Grund derselben in der üblichen 
triumphirenden Welse verkündet, dass meine Ausführung™ über die wal- 
densischen Lesarten „sammt and sonders in Dunst aufgelöst werden"; 
die von Jostes nidit belegte:* '23 gemeiuücluiftlidien Varianten der Dnb- 
liner und Tepler Handschrift will er mir als Stütze meiner ohnehin schon 
widerlegten Hypothese gerne überlassen. 



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30 



Es ist nun eine seltsame Fügung, die vielleicht Josfes doch in 
einem andern Falle zu einer etwas vorsichtigeren Aussprache seines über- 
wallenden Siogesgefiihlca bestimmen wird, daas gerade diese unbelegt ge- 
bliebenen, von Jostes verächtlich als .Binsen' bezeichneten Varianten 
der Tepler und Dnbliner Handschrift bei näherem Zusehen sieh als eine 
recht feste Grundlage fttr meint Vermuthung herauszustellen scheinen. 

Dureh die Justes tein'u Einwürfe veranlasst, iiatte ich in emw An- 
zahl von Vnlgatahandscliriften und mittelalterlichen dentschen Bibelüber- 
setznngen die vun mir ausgewählten vierzig Varlanten der Tepler und 
7>ilVi:iKr l[;iii«si:;irifl 1 1 i 1 1 ■ 1 1 ij l ■ ^ i ■ 1 1 ; : i y : ' 1 1 im! ■T;i1j. -i ■ 1 E = ■= ErfaliiiLne- i:eiiiarht, 
da«;: jene niiUelakerliehen Yalzaiaaand^chrilien Lind ['eeers^nuiLxen ■ixi.i 
grössten Theile mit der Werdeuer Vulgataha :dsehi'ift übereinstimmten, 
sowohl dann, wenn diese an die Dubliner und MV-].-! er Varianten sich an- 
schlosa, als auch dann, wenn sie von ihnen abwich. Zu den Stellen, an 
welchen die verglichenen Handschriften von der Lesung der Tepler und 
Dnbliner Handschrift sich entfernten, gehörte nun aber besonders eine 
Anzahl der von mir angeführten Varianten der Apostelgeschichte, 
von denen Jostes nur einen kleinen Theil, 5 von 14, in seiner Werdener 
j lan.l v- i-hri rr. gefunden hatte. Leber die teMkritiache Bedeutung gerade 
dieses Theils der wähle Hinsehen Yai hmi-n: hatte ich das Glück, von 
Herrn Samuel Berger, einem der gründlichsten und kenntnissreichsten 
Forscher auf dem Gebiete der Geschichte der Bibel im Mittelalter bei 
persönlichem Zusammensein nähere Informationen zu erhalten, auf die 
ich, die weitere Austragung der Frage den Spocialfors ehern überlassend, 
mich hier in der Hauptsache beziehe. 

Demzufolge gehört der Vnlgatatext, auf Grund dessen die pro- 
venealisch-waldcnsiache rebereetinng des neuen Testamentes hergestellt 
ist, einer Handschriftenfamllie an, von der, obwohl sie allem Anschein 
nach Hr.it. der Zeit der ^vcslirutlsisi- tii^i: llerr?ehai'l iirsprüu^lieh im kü-I- 
liehen Frankreieb nnd in Spaniel: wei - . verbreitet war -der bed"utendste 
Und bekannteste Vertreter derselben ist der Codex Toletanus — in der 
Zeit nach der Regierung Ludwig'ä des Heiligen fast keine Sparen mehr 
in Frankreich, anch nicht in der Provence, sich nachweisen lassen. 
Charakteristik;:)! für diesen Vulgatatext ist besonders eine Keihe von 
Interpolationen in der ApusWiresdiiriite, wdcli« an- ■Irl llahiiiWlsmrinti: 
geflossen sind, wahrend in den übrigen neutesta:nentliehen ilüehern nur 
verhältnissmassig geringe Divergenzen von den übrigen Handschriften- 
Gruppen der Vn'.gata sle.li bemerkbar maehen. Herrn Ikrijfr'n linter- 
suchuugen haben aber weiter zu dem Resultate geführt, dass der Codex 
Teplensis, was die Apostelgeschichte betrifft, fast genau dieselbe 



Sl 



Textgestaltang bietet, wie die waldensiseh-pro venc,al[. 
sehe Uebersetznng: 34 aue der Itala herü hergenommene Inter- 
polationen, welche die letztere in diesen AlHdiimli! enthalt und von 
denen nicht einmal die Hälfte in den meist interpolirten Handschriften 
(kr Vulgata sich beisammen thideii, lasstu sich ohne Ausnahme aus dem 
Code* Teplensis belegen. ') 

T>i ; viiii Vorn eher? in si;hr walirsL-liuiriliclii; VcidiiiIIliiiij:. Jaäs dieser 
in Sfidfranki-eich und Spanien einheimische und auch dort schon im 13. 
Jahrhundert völlig ausser Gebrauch gekommene Vulgateteit nicht auch 
zitsli-ifli i:i [luiusctihirifl im I .1 :iiji]intuJ.'i t vi;i-bi'i.-i r ■ : t. gi'wcsi:« ist, kann 
allerdings nur durch eine umfassende Untersuchung über die für Deutsch- 
land" im llittülaltL'r in Uftrucht. itinmii^iiili-n 1 liui:li.^ivi:';,':i der Volgala 
Lesr.ätiu'I wenkn : suweit uieii.e ul-iu; yd-: VorritipMiuiiiLijuulitit Klinten 
Kacliiirüi'u):s"':i) r^icluni, Imhw sir.li mir bisher absolut keine Indizien 
dafür ergeben, dass die auf deutschte Ursiiruiis 1 znrüc- kochen den Haud- 
sdivifmn um] .Iii- in h r.i.'iajtevlii'.lu-u iltiutidii'a T'i'lii-i-st't./.uN -mi ''■<;" Vnl;;nlü 
von jener waldensiäch-pr(>Yi:u\il!5i h.m TinKinniUnn:.- irgendwie beein- 
flnsst worden seien, c ) Auch in dieser Beziehung nimmt vielmehr der 



1) In der mir »■iiiirrisJ il ;s D:in:ki .- i-.i-elmiL.iri; ll^apn-iliciis; raeiuar imii 
dor Josfts'acbcn Schrift (Kevno hiatoriqne T. XXX, 1. 1888 S. 197) bemerkt 
Serger: Laisaons de cüte les variantes des STlRgUei, des epitrea de Saint Fanl 
fit fi„ !"AiinialY[i::.\ qi'i s^u 1 .. rioüis t.aidir^s.j.; M ]n:;i1.-Liri: ri'iii:." [i:-'ii,Liii.'j. .T 
Bttachona-noua an teste dos Actes doa ApStrca. Dana cc livre, le Coden Teplenais 

l'ancienne Version onterienre a saint Jerümo. De cea vingt-dom interpolatioiia, 
le roanuacrit, qni cn contient la plna panui tona com quo nona eiona ena entro 
Ina noLn«. Ii' tlii:;i, ]i!ir<m;m, n'fii a uoiiiurr' 1 qir.-. ■ |aat l >ri'. (ar.dir .'ic'ji; ui r.;- 
tronve viiijjt et nun Jana lea inannscrita provonfnm, dont dii-ncaf dans lo aenl 
mannscrit da Paris (fr. 2425) et loa dem antra dans celni de Dotiün aeoloment. 
Nona ne crnyuus pas, en particnlier, qne le mot „anpett got", nni est ecrit, pnia 
exponetne an clup. X, vera. 26, dana le ma. de Tepl, ae retronve nulle part ail- 
lenrs fjtie ilaus Ii- Iiis, [ir'iivrn.-a! de Paris fni.in adora.) et liaiis l.i las. vamiois da 
Doblin (ora Dio). Or, cette leijon etait certalnement chere ani VaudniR, oar M. 
Herzog nona apprend, qn'ila ont interpole le mot „adora Bio" dana la tradnetion 
d'nn livre laborite. De tant de resaemtilances, dont anenne ne soUrait par elle- 
inema a etablir la certitnde, maia dont 1'accninnlatlo n ne laiaae gnore 
da place an donto, nous devoua conclnre nae aelaa tonte probabilite 
l'hypothftee de M. Haupt eat bonuo, et n ne la plag importante des 
bibloa allomandoa dn moyen üge parait tradnito en partie, par lea 
aoioa des Vandoia, anr nn original 6crit dnns nn des dialeetes pro- 
venf ani. 

i) Tcrglieden vrnrden von mir für ihi hciprcclieiui l'ra S e foljraniie Hand- 
»ohrifteo: 1) TolgatAbandachrift dar Wnribnrger Universitatabibliothek (Mp. tb. f. 
m. 2. a. XTV), einet dem Ht. atephansklostor in IViiriburg mgclilirig. Von den 



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32 

Codes TepleiiBis unter den deutflehen Vulgatah and Schriften und Bibel- 
übersetzungen eine isolirte Stellung ein. 

Mancher der Leser des J rjs'cv'schiiii Scliriftcbens mag wohl an dieier 
Stelle von nii i noch eine .Auseinandr^el/.mijf mit di'ii um Joste* über das 
Bibelverbot lind den Gebrauch der deutschen Bibel im Mittelalter und 
speciell über das Bibelverbat Erzbischof Berthold's von Mainz aufge- 
stellten Behauptungen erwarten. Aas den in der Vorreds angeführten 
Gründen halte ich Indexen jedfis i» dieser Frage gegen die Ausfalle voa 
Jostes gerichtete Wort für verschwendet und begnüge ich mich, den Leser 
zu bitten, die von mir beigezugenen historischen Zeugnisse, die in meiner 
früheren schritt sich c-itirt und von denen in den meisten Fällen sich 
die entscheidenden Stellen mitjjetlinill Ilu.hri, mit der von Josfes beliebten 
Interpretation zusammenzuhalten und sich darnach sein Urtheil zu bil- 
den; 1 ) er dürfte dann wohl auch die üeberzeuguug gewinnen, dass Jostes 
zu einem guten Theile jener Ausfalle nicht sowohl durch Wissenschaft- 



40 in Frage komm und üb Stellen stimmt die Handschrift mit dem Codes Teplensls 
kd IS tiberoin. (Luc. 4, 23. 23, 35. Horn. 13,9. Act. 18, 1. 13,21. 28,11. Ap. 15,6. 
22, 17. Job. 1, 32. 1, 18. 7, 89. 0, 18. 14, L), an 27 nicht 2) Mp.th. f. 88 dor 
Whrzbnrgor Univ.- Bibl igtest (sacc. XII— XI1I|, die Evangelien enthaltend. Von 
den 19 In Betracht kommenden Parallelen der Dublin« nnd Tepler Handschrift 
hat der Codei nur diese 4: Luc. 3, 33. 23, SB. Joh. 7, 29. 14, 1. 3) Jfp. th. o. 
16a (saec. XIV.) stimmt an 16 Stellen (Lac. 83,35. 4,23. Eom. 13, 19. Eph.4,8. 
Phil, i, 18. Act. 16, 1. 18, 21. 28, 11. Ap. 18, 2. 22, 17. 16, 6. Joh- 1, 18. 82. 
7, 29. 9, 18. 14, 1J mit der Dubllner nnd Tepler Handschrift ithorein nnd divergirt 
an 24 Stollen. 4) Cgm. 5018 (deutsche BibeMbersetsnng, von Johannet Viler 1435 

Rom. 13, 9. Act. 16, 1. 28, 11. 15, 6. Ap. 22, 17. Joh. 1, 32. 18 . 47. 7, 29. 
9. 18,14,1.) stelien2Edivergircr,.k-.m C ^:iiLber. Mp. th. f. 92 (s. XII— Xlil.i iIhi 
Worah arger Univ -Bibliothek, das neue Testament mit Ausnahme der Apostelgeschichte 
nnd des Anfangs dos Matthias-Evangeliums enthaltend. Von den 24 vergleichbaren 
Parallelen fanden sich nur« (Luc. 23, 35. Rom. 13,9. Ap. 15,6. 18,2. Joh. 1,32. 
14, 1.) in dieser Handschrift wieder. 6) Die Evangelien Übersetzung des Matthiaa 
■von Ve.haim stimmt au 7 Stellen (Math. 6, 11. Lnc. 1, 68. 23, 35. Joh. 1, 18. 
7, 29. 12, 26. 14, 1.) mit der Dubliner und Tepler Handschrift nbercin und weicht 
au 12 anderen von ihnen ah. Hie Variante der romanisch-waldensischen Uebcr- 
astznng in Act. 10, 27: ora die, auf welche Hcriog a. a.O. S. 101 besonderen 
Werth gelegt hatte, Endet sich, wie ich nachtraglich dem Anhange der ttutticr'- 
schen Ausgabe (S. 124) entnehme, auch Im Codei Teplensis, dagegen in keiner der 
von mir eingesehenen Handschriften und deutschen Uobors et Banken der Vulgnta. 
Wie Jostes iür Act. 10, 29. die Zaollcr UeberaeWong als übereinstimmend mit 
cod. Duhl. und Tepl. citireii konnte, verstehe ich nicht, da in ihr gerade die he- 
zeiihnwidcn Worte „von euch" (de voi) fehlen. 

') Treffend ist unterdessen die Kampfesweiso vonJosfes durch Karl Müller 
(TheoL Stadien nnd Kritiken 1888 & 862 ff.) gekennzeichnet worden. 



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[las jie.5-.1Hai meiner lishcrifiüii I>_-öi-t ci-uüff l'Il alitr i-' jmljti iuli zum 
Schlüsse Sabin zusammenfassen zn dürfen, dass die Hypothese von dem 
waldensi sehen Ursprung der Tcpler Bibelübersetzung durch dieronjosto 
erhobenen Einwendungen weder leseitigi, ttueb ernstlich erschüttert wurden 
ist. Für denjenigen, dem cb um die Erkeuntniss der r nackten Wahrheit- zu 
thun ist, und sollte die Anregung der ganzen Frage seinen confessionellen 
Anschauungen auch noch so sehr unsympathisch sein, wäre es in der That 



mehr, dass die Tepler Bibelübersetzung nach dieser Seite von berufenen 
wissenschaftlichen Forsehern auch künftig zum Gegenstande eingehender 
usul Mim; lim ct. studio jre^il-i'ter Uiuci/siidKLiiKeti ^eiiKicht werden wird. 



Anhang I. 

Aktenstücke ans dem InquisitimiHarchivc des Ciilestinera Petrus, 
Geistliche des Bistbnms Posa an betreffend. 

Johannes etc. i-ouniiisfiirius ml iatia ;inpla a rcveremlo in Christa 
patre apecialiter datns et deputatus vobis yencrabili et religioso fratri 
Petro taliter etc. ac inqnisitori heretice pravitatls per diocesero Patavi- 
eusem ab codem domino etc. dato et electo ad hoc ac rniiveria et sin- 
gulia deeanis, i-icedecauiB, pltbanis, vicariis, altaristis et specialiter vobis 
necnon alüs prcabyteris clericis et notariia publieis per et in civitatetu 
et i-lii-j<:(:f(;m l';iti!vi..'iHL-.'ii v.bilit'üt co]i:;;itat.:s, ad qitoi pveäc.ntcs ]v-r vL-ne- 
rim srii p>':M-:ii ibiü. r" . i r i - i i i.. rj.iisisili, s;thit>'ia in duininii et. manilatia 
noswis. yramu verius iliai Joniini üiisiri, tipiscopi ['iitiivicash. ciriinter >:t 
hnmiliter Obellire, quia nos vigore commiasionis preaeripte ex speciali 
iuaiuht« iti:mi:ii nnf:ti r.irsmpti (iitt'.r.rtr.nt vinim iL G, ct.c. v.t canonicum 
diueesis predicto a seiitenciis excominnnicacinniim et afrgravacioimm in 
ipanin raeione sue eontnmacie et alias qnomodolihet per vob fratrem et 
jovt, ■]■,■;! m. l:\ti? ]iii>uniIärLil!a, v-itix editui pnibabiiibns eaiiäiä ani- 
mim eiusdem domini nostri epiacopi ac nostrnm ad hoc racionabiliWr 
monentibiis in forma eeclesie aolita et conaueta plene absolvimna reeepto 
tarnen prina ab ipso de parondo mandatis et inri eeclesie itiramentei in- 
iunetaque primo culpe peulteucia salutari. quave vobis fratri ete, viee- 
deeanis ete. iiecnuii omnibus aliis et siiigulis supradict.is in vimite sandte 
obediende districte preeipiondo mandamua, qnatenus dictum d. G. aic pro 
soluto teneatis et eciam finniter teneatis ac ipsum eciani taliter nt pre- 
mittitnr abaolntuin in vestris cccloeiia ot loci», ubi et qoando Kspediens 
j'iu-nt. publice miiicictis et. ab aliis fadstis. ilatuiu. 



'i'otius de, riiiiij.a-noscimus public« p«v prcscnt.es, qnorl N. plebann» 
dioeesis Pataviensia nostro sa exaiuini presentavit, in quo de dicenda 
veritate inramento per cum prestito errores suos aeetc Wnldcjisinm here- 
ticoruni, quos a pneriefa, si ita est, tenuit, publice et elare confesans 
est, qnaproptfii- abiuratia per ipsum secte predicte cunetis erroribaa et 
articulia et alia qnalibet pravitate heretica, ip»am a seiitenciis escom- 
mnnieacionum, quibns oll illaia causHam li~atns tuai-lnttu'. absolvimus; ad 



36 



cautelam eo qnod per vonerabilcm virum dominnm H. pie memorie olim 
inqnia Itcrein iuxta inramentum antun prina aacerdotaliter est abaolutua et 
es certis cauais aninium nostrnm pie et racionabilitcr monentibup et pre- 
sertiiu uiiii pust Midi rceurdadr..!;is dominum H. de <j.Y\ \wa iii'iuisitarciii 
predictum non videatur reliip^n-, i; -um sr.b nci-iillr- i fiiilciiciii iliiiiiäiiimä 
graeioae. datnm. ete. 



S. 



Qnitt N, plebanus Pataviensls dloeeais In causa ttdei per noa citatns 




quaproptei' ipanm curam noliis litiicilnüiiMi Lil'iulvimus u~. film lulüer vubis 
nnivema et singnlia dominis plobania ant veatras vicea gerentlbns, qui 
preaentibus et«, et preserUm etc. In vIrtute aaneta obedlencie mandnmus, 
qiiatenns in veatria oeeiesiia eoram Meli popnlo per ves et veatros vi- 
carioa facialis absolntum publice nonciari. datnui etc. 



bilrg, item Fvideiii ii.j ..[:■ Ii ;<t-'.- < : U. iifii: 1 1 ;-.;.-isrSfUS rln Ktige.lstat faews 
est emeifer. item Petras de Septem castria Ungarie. iati quinqqe poBt 
eonversionein eonim facti aunt sacerdotfis tcclesie katholice qnorum mius 
cum alio qnodain prcsbvtero et scolaro etiam converso et alüa duobua — 

revenlt Erfordiam et eoram liereticis eiusdein eecte reclaiuavit errorem 
annm predicana eia veram Criati Jesn fidum et nnllna voluit convorti nisi 
M'iV'i- eins iji« 1'uit riMHU- liaili-'i lVi(uil;< vi- |>ilraliivK laim-n ansti) 

domini 1891 per dominum Martinnm de Amber? et t'ratrem Petrnm Ce- 
lestiiiTim onmea iu Erfordia sunt coiivicti et convorai abinrnti et cruce 
aignati. item Hans von der Steiermareli filiua textoris. liic aimiliter sient 
Conradue predictua reclamavit et revoeavit orrorem sunm eoram predictis 
in Erfordia. item Frita voim Stierland, qui fnit prins ein wolnaclilaer. 
item Herman Straus i;ui fnit filins piloatoris. item Hanns von Steyiataät 
ijni fnit textor parcliani. itein Hana von Ena qui fnit faber, item Mclas 



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36 

von Plawn, qui fuit cerdu. itcin Hanna sliniliter 1 j de Sleyrmarch qui fuit 
filius eniusdam rustici. item Hanns de Slag-uncia prope Reuum qui fuit 
fiLi-tm- i'.t im i'iirtuä moiiiichiis. Iioie Claus tlo Plawn qui fuit Scolaris 
flliua Conrad! linifleis; Iii« duobus annia raoratus eat in domo Margarethe 
in Wittenberg ot manens horotiena frequontnvit scolaa ibidem, ecce XX 
conversi quomm alii magiatii, aliqni diaeipuli fuernnt in secta et modo 

(Aus M. eh. f. äl der Würzburger IMversi tüte -Bibliothek.) 



Anhang- H- 
Articuli heresiornm Faleonis et snornm in Pingwia concrematorom 
anno domini 1S93. 

Ricuii! r:l tcjii-ist, [qnml_ »um? iu:';ti:U!]Ltu)ii Miii ()ii;u:imi|![c t>jrnia v-! 
causa datum vel reeeptutn dt peccatam mortale. 

il'jm 2". nojjant auct.ii-it;t:.™ ;q>n.-;li;li::am a cemijurf; Silvastri usiino 
nunc, itaque secunduin (jus iii-c- paiia um: aliiniis iuiVrinnuii :ialient putasta- 
tcin ligandi atque eolvendi. 

item 3°. de inänlgenciis a sede apostolica, eardinalibus, archi- 
episeopia, episcopia ot ab alils prelatia santte matris ecclesie indultis et 
i:H'jirr-H^ is ]] i''!: i I lanatit. 

item 4°. missas et oraciones dominicaa et elemosinaa datas pro de- 
fnnctis dicunt animabnj non prodease. 

5°. dioBBt eciam et tenent, quod purgatorium non sit. 

item 6°. dicunt et tciient, qnoil bcata Maria nee aliqnis sanctoruui 
Bit invocandns, et quicuiiqua iuvueavarit beatam Mariaui vol aliqueui 
aliuruni aanetorum, quod illa faciat contra. Jeiira ot peocat mortaliter. 

7°. item festivitates nanctornm non tenent niai ad vitandum acan- 
dalttm. 

8* item nichil tenent de sacramento altaris, sed dicunt, quod 
remaneat pauia ot vinum past sieud antea. 

9°. item si esset verum, qnod panis posset tranamntari in verum 
corpua Christi, tarnen aaeerdoa aiiatens in peccato mortali non posset 
hoc facere. 



i) similcl. 



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3^ 



10°. item dicunt et tonent, qaod ili=cipnli Cltriali In c--.na ilomini 
non snmpserunt verum corpns et aangwiiiem Christ!, dato eciam, qood 
lüirisius v.'riiin '■(iriiOi sfns'.vir.eiii senm eis roiTaxisset. 

Hi articuli es actis et coufessatis acilicet Petri de Kirn et Conrad! 
Valken sunt tolleeli et traiisöiriiiti de iiiaur. publica et prcdifitos urticiilos 
dixit se predlctns Petrus de Kirn habere a fratre suo nomine Nycolao 
sacerdnic iloccnti in Pingwia, qui valt eos firmiter teuere et asserere. et 
propterea illi tres supradteti snnt comonsti in Pingwia anno domini 1393 
feria secunda post dominicam oeuli in qnadragesima. 

{Ans Ms. I, 247 der Mainzer Stadtbibliotbek.) 



Anhang III. 
Prolog des wal den Mischen Traktates „Tresor e Inme de fe". 

Ayei comeneza lo prolic dal libre apella tresor e lnme de fe: a Mit 
Ii fidel o carissimes Christians eia aalu cn Y. X., lo nostre redemptor e 
sanador euayma veray prineipi de tot ben eonoisan par si meseyme coma 
el meseyme di en l'evangeli de sant Johanne: yo aoy via, verita. e vita, 
alcnn non ven al payre ai non par mi. E dereco di : yo soy lucz del 
mont et aquel, que intra par mi, sere salva. donca nos preguen kumill- 
ment, ki legent aquest libre, que si el non lor deleita e non entendon, 
non morden (?) siihitnmenl. mas que Vi) [.«ihu« >• siipina la rais.m. sfivoin 
lo docz jnanjar sembla amar al gost malade, dont moti auvent, prediear 
X. diezianr aquesta pavolla es iluva, qnal [in ley auvir, enaymi eran 



iminils o maoBuot, a liquals solament es hubert aquest tresor czo es 
l'enteiidament de la sacra seriptura, de liqnal X. dis : o paire üel cel e 
la terra, yo fare gracias a tn, que tu rescondies aquestas cosas de Ii 

savi e de Ii longveaent e laa revelies a Ii petit donca, o caris- 

simea Christians, sia enrios e fervont a fin que par la grada da Dio 
poisaas eutendre ia soa iey, e par la nostra. hnmll e sollicita, obra la 
divina magnificenza degno o plaeza do mostvar elarament la verita 
d'aqneat tresor de saneta fo. 



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Anhan» TV. 
Proben angedruckter deutscher Bibelübersetzungen. 
A) Matth. 1, 18—21. 
Cgm. 50. f. 3:. 

In den zeiteu, do vnser fraw sand Maria wart gemahelt Joseph, e 
daz si zcsiiuicii <liumi:]:. du 'xnvr -ri .v-vaus-cr in ivui loib vn;l sjz da.2 
von dem heiligen gaist. wan Joseph ir man guter vnd gerechter was, 
(Iii cmvidd er si nicht mricviiiONilcn. er wohl äi hszzrn uu^-im-icliiüi 
vHgeuiailet. do er des also gedseh, do erscliain im der eugel In den 
elaff und sprach zv im: Joseph Danides chint, nv furcht dir uieht ze 
nemen Marlam zv einer chonen, wan daz in ir ist, daz ist von dem hei- 
ligen gaist. si Hol gepereii einen svn, der sol haizzen Jhcsns vnd sol 
behalten sein livt von ir Sunden. 



Da die mutter Jhesu Maria vermachclt ward Jusep, eo das »y zu- 
Bamen kaineu, ist sy gefunden worüen und het in ireui leih von dem 
heilligen geist. aber Joseph ir man da er gerecht was and wolt sy nit 
offenbaren machen und wolt sy haimlaiob lassen haben, aber dieweil er 
die ding gedacht, nyni war, der engel des iierren erschaiu im in dem 
schlaff und sprach: Joseph, ein sun Davit, du soit dicr nit furchten ze 
enpfacheu Maria deinen geiuachel wann das in ir gepuren ist, das ist 
aus dem hcilligiai geist. l- sy wir.: fr . ■ i . ■ ■ t-- 1 Ii aihf.]: -mn od wi^-fitst 
seinen namen nennen Jhesum, wan er Wirt liailbeitig machen sein volck 
von ireu Bünden. 

Cgm. 588. f. 9i. 
I'ij iiitsf-i fvavi saiiil .Haida :;.-ni;:V: It. ward .1 i-ii, io das sy z'cshiü 
chornen, do ward ir Ir lieb habent von dein heiligen geyst. Joseph ir 
man gueter und rechter, der wolt sicti ier nicht underwinden und wolt 
sy taugenlei elien lassen haben, do er also gedacht, do ersebafn im der 
engel in dem schlaff und sprach zu yni: Joseph, Davids sun, furcht dir 
nicht He nemen Mariani dein chonen, wann das in ir gcijoren ist. da? 
ist von dem heyligen geyst. sy soll gepereu einen sun, der sol hayssen 



Htm, das geg™ l l ms -.-si ii : v. i ! I ■,-,:[■. i : n:ir-i-., :j l ;ij 1 ; s h era elnungen 

Ii i') die s.m. il.;ü fi!l;r.-i>.iT:i 3 : i l . ä |:.-.[.i];!,i;i;ii iiur . i i v. . i j luuidjchriflen voisgc- 

noiuipcncn Aondurungen darzulegen. Diu FuslsUdlun,! isor umiuluuii Ha Umschrift en- 
fiiuiluüi niiisitii nie diTii Fjcli^tkdittui] «Ii erlassen. 



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Cgin. 501S. f. IS) 



An mlrtiVüi wn» ilaiia iKv :un:-'r .1 irsu .Cist-pli. ei* wann avi; z.n- 
samen quomen, do was syo s'.vitns'ev ym leih:; vo:n hciüson g'eiste. Joseph 
aber ir mim, ivanu im ^ h'hs :;,-i-.m1ii. iulIi- sji- i itolj r. wult. Inrl fiifeii, 
wi.lt -'i ny.- !i '■ynil i [h uu'l-h. ditin aber ym gedenckende, nempt war, der 
engel des harren erschein ym in slaffen iprechend: Joseph snnüavides, 
nicht furcht zu nemen Marion ikir. ver-vwte, wann das in ir geporen 
ist, vom «eiligen geiat ist. aber sye wirtt geperen ein nm unde*) wirst 
heißen sein n.imon Jhesuin, wann er wirtt heil machen sein volk von 
iren sunden. 

') Unrcb strichen? ! ) vü 

Cgm. 1150. 

Do Maria Jhesu ') nmtor^ srr.ii:l:o.:r. :i . was Jozeph 4 ), ee das a ) sy") 
zusammen') kamen, wart sy 3 ) vnnden«) das sy«) enphangeu 3 ) hett von 
dem heiligen geist >•). Joseph-*) Ir wirt, der ein gerechter man was, 
voll"; sy- H ; hiiln'-l Ufii;i::i '''j unrl ivi'l["j hv lii.ynilii'.li '*) uüLi^rn li.i ln'ii 
und do er des gedacht'"), eecht"), do erschein im gotes 13 ) engeil lu ) in 
dem slaff a(l ) tind sprach zu Im: Joseph Davides 31 ) sun, nicht furcht 33 ) 
dich zu Siemen ll;mii)^ :1 ! dein IVawou-' e wann"') ftas in ir «'quirii ist")- 15 ) 
von dem heiligen geist 21 ). sunder 28 ) sy 8 ) wirt ein- 0 ) sun gepern 30 ), des 
namen wirstn heissen Jhesns wenn 31 ) er wirt heil inachen sein volk 32 ; 
von iren aiinden 83 ). 

Cgci. 530: i) Jheans. 2) miiter. a ) gemäkelt. ') .l.itt-iih, '•) il,n. «) sie. •] zn- 
saniBakon.iäü 8) sie. •) runden. ») enpfnngen. 1») geisto. ») wulte. U] uiht. I") nomon. 
«) hcimelioacn losaen. v.) J coä t. 1») Bedachte. II) Bekct. 'S) go ttos. «•) enget ») sloffe. 
*0 D. *■ ileeat. nibt fnrehto. Marien. «) f raw0 . S5) „etin. *) aild. das ist. 
f) geistc. s») wenn. ^ ciaea. »ij Ruberen. 3 I) wann, s 1 ) volcko. ») snoieij. 

*) von spät, Hand Obej-gescbrieb.: daa iat geschrieben io dem LXXI. Jahre. 



Cgm. 743 p. 178!. 
Da die inüter Jhesu vergemaehelt ward Joseph, e das sy zivsamen 
keinen ist si psiiiiiden wurden und het in irem leib von dem hurtig™ 
gayst. aber Joseph ir man, da er gereclit was nnd wolt si nit offenbaren 
machen, wolt si hainileicli lassen Laben, aber die weil er die ding ge- 
dacht, nym war, der engel des herren erschain im in dem Blaff und 
sprach: Joseph, ein siln David, du solt dir nit furchten, ze enphahen 



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40 



Mariam deinen gemachelt wann das in ir geporen ist, das ist ans dem 
heiligen feist, aber sy wirt geperen ainen sün und wirt es seinen namen 
nennen Jhesuni, wann er wirt heilwAnigt macLem [sie!] sein volck von 
iren Bünden. 



Cgm. 66. Bl. 2i. 
Du unser 1 ,) fVawe faul.-) Marin wart c^iehulbM Jusup 1 ) .j rtay.'', si 
zesauime chommen 6 ), do wart si swanger in ir 7 ) leib und was daz s ) von 
dem heiligen») geist. wan Josep 4 ) ir man gat K ) und rahter") was, 
sn'-l wnlt iT si ;;irgoi:lii.i:tiii 1J j la/ztin 1 ') icisfeimiü 1: '). flu er also ge- 
■:iiihl ,l: ), ö> iT^'hnin im J^r t:i;!r.:l i; j in dein slaifi; 1 "; imd ^tiratli zu im: 
Josep') Davldes 1 ») chint») färht?') dir nihtsa) ze (?) nemmenSS) Marian, 
zu einer") chonen«). wan») daz") in ir ist, daz ist von dem*«) hillgen^») 
geist. si so ) sol gebern") einen sun der sol heizzen^ 2 ) Jeans nnd sol be- 
halten ainW) levt von ir«) sünden. 

Cod. ßerm. 1118. ') nnnser. *) Bind. 8) gemächelt. *) Josepn. 5) ee das- 
*j zusamchomon. ^) irtrm. ») «as da». »} heyligsn. >«) gneter. ") gerechter. >2) do. 
IS) tangentlich, lassen. ">) deest. ig) gedacht. «) engl. «) slaff. Davids. 
») chind. si) farclit. »a) nicht, ö) sie! «) ainer. chomen. »1 wann, *v) das. 
■»} dg. ») heiligen. *>) sy . si) geperen. «) genant Verden. M) sein. «) den. 



Cgm. 745- 

heyligen gaist s ). wann Joseph ir man gut') und gerecht waz l0 ), do") 
weit er syl=) haimleieb lazzen ungemailt'B). äo er daz») also gedacht'^} 
zu tün, do erschain™} im der engei gutes 17 ) in dem schlaf 18 ) und sprach 
znl») imäl): Joseph Davidis ehlnts«) fürcht==) dir») nicht zu«) nemmen^) 
Mariam ztf») einer chonen, wann was") in ir iet, daz^s) ist von dem«») 
heyligen geyst. sy schul 3°) gepern^ 1 ) einen ann, der scliol 32 hayzzen^) 
Jrliusus^), irr sehol^i UilenM) soin lewt«) von iren siinden^). 

Cgm. 424. 1) fraw sand llsjia. 2) gemächelt. ") da». J) iwsinime. &) da. 
J) snanger. r, wa s das. «) geyst. ») gntt. 10) was. U) da. U) sich. ») tugentleicnen 
] aasen nogemayligt. ") das. 1S ) gedacht. ") erschaynn. «) deest. ») den schlaff, 
is) w. ») deest. SI) kint. SS) furcht. SSj deest. ») ze. *■) nemen. ») le. «) das. 

das. 2Sj dä. ») sol. ü) geperen. "B) sol. ») haissen. ") Jhesas. ») sol. &J) be- 
halten, äl) lawt. «) snnden. 



41 



Cgm. 746 (saoc. SV.) 

Da gemachelt wart die muter Jhcsn Maria Joseph e sy zcsamen 
komen, ward sy fluiden s wanger von dem heiligen geist. Joseplt wart 
aber ir wirt wann er gerecht was nnd wolt By nit vermaren, er wolt 
sy haiiuleicU lassen, da er also gediudir, erwi/hain im liur t?:igi>l in c],m 
slaf iraii sprach: Joseph, David snn, ?'in-.;h nicht /.n nemen Mariaiu dein 
hausfranen. was pey ir geporen ist, [iat] von dem heiligen gaist. sy 
gepirt ainen san dez namen solt du haiaBen Jhesnni, wann er behalten 
machen sol sein volk von iren sunden. 



Cgm. 4818. 

In der zeit da Maria liio runter Jeans hlengemähelt waz Joseph, 
vor dem daz ai zesamen chomen, so ist si fänden habend In irem leib von 
dem heyligen goist. aber Joseph ir man do er gerecht waz, da enwolt 
er ai nicht lieim füren, er wolt si heymlekhen lazzen. do er aber diez 
gednb;. äücht. drr cr.ffol dez :h'-itoi! (■rsi-bcii. im in dem slj.ii's und sprach: 
Joseph, tun David, nicht, fnrelite dir '/.t nemen Marien dein geimihelu. 
wav. ilfia in ir (reboren i=;t, du/, ist vqü il rui h(-_dig:'n echt, aber si git- 
biort einen sliu und du niifost seinen iiiiu.cn Je-niii und er mariiet be- 
halten sein volk von iren sünden. 



Cgm. 300. 

Do nnsor fravro 1 ) sandtS) Maria gemahelt 3 ) wart Joseph ee J ) dos 
sy ä ) swfameil chaitien 11 ). du Haid') sy s j swang-er in ii-Hin U J leih 111 ) und 
was das von dem heiligen geist 11 ). waim 1 ") Joacpli n ) ier") man gnet 1 "'. 
rmi! gerecht' 8 ) was, der'") wolt sich ier nicht underwinden und 18 ) wolt 10 ) 
sei tawgentleich 2 " 1 ) lassen haben-'), do er also gedacht? 8 ), do erschain 13 ) 
ym ain^) engel in dem schlaff 25 ) und sprach zw ym™): Joseph 57 ) Da- 
videa chindä»), f nrc ht a9 ) nicht zw neminen 30 ) Mariam zw aincr ehanen 31 ), 
wann das in yer 33 ) geporen 33 ) ist, das 34 ) ist von dem heiligen geist. 
si sol geperen 33 ) ainen 36 ) sun, der soll haissen 31 ) Jesns, wann er hailet 38 ) 
sein vollch 30 ) von yren 40 ) sunden. 

Cgm. 58. 1) frai. >) saut. S] wart gemenelt. ') Josepe. zosamuie, ') san- 
nen. 1) wart. «) «i. ») ir in Sasur. ») leibe. >•) gabt. '=) iva». «) Josep. ■*) ir. 
IS) gntor. 16) rechter. ») ilo. IS) weit — nad riefst. «) add. fr. ») taugeuleicben. 
ii) Wen tuigemaüt and. MJ gednlil. ä) erschein. 2.) i m der. *) slafle. *) zu im. 

Josop. ,J S) cHnt. farht dir. «O) lenemmou. 31 ) in einer chonnen. B ä) ir. aa) deost. 
st) dai. gebarn. äs) e i nua . U7) i e i sl en. sa) and sol b.haltsn. ») loot. «) ir. 



■12 



Cgm. 348. 

da unser fraw eantn Maria vermadiclt ward Jusqjlii?]], ec das sy 
zesamen körnen, da wort sy schwanger iu irm leib und was das von 
dem heiligen gast, wan Josr;p]i h man jiues vi-A jr'-i-i-flit was. da ivolt 
er sy tauge [deichen lassen ungamailt. da er alsu gedacht, da erschein 
im dor engel in d™ sdikir'.; und .-i/vadi zw im: Joseph, Davides kind 
lureht dir nicht ze nemen Mariain zw ainer konen, wann das in ir ist, 
das ist von dem heiligen geist. sy sol geperen einen sun, der sol haissen 
Jhesus und sol behalten sein lewt von iren «finden. 

Cgm. 535. 



dus diu. nilit n.t'nvli: .[i.-ii y.w m-nv.-:i Harinii dum s<:trewtinne, wai 
in ii* geborn ist, daz ist von dein heiligen gaist; sie sol gebern e 
nnd du soll sein uamon baizzen Jhesmn, wann er sol haile machi 
volk von iren siiuden. 



B) Lucas 2, 1—4. 
Cgm. 4S78. 

In der zeit giench ein aussagünge eines gebotes von dem chayser 
Angfiste, daz besebriben wird aller der werltohrels. dise erste be- 
schreibünge ist getan von Cyrino dem lichter Syrie und si giengen alle, 
daz sy iren zins brechten, ycglcich^n sünderleichen in sein Etat, aber 
Joseph giench auch auf von Galilea. 



Cgm. 1150. 

Aiti ■) \ \ivA~r.s-\ita girpm -) ati^gii.k J l von Akk. kai-i^i 1 -') (>i-l:uii;»i!!< 
das 5 ) alle dissc c ) werlt bcsehriben 7 J n-jrde tl ). dy a ) erste beschreibunge 
geschieh von Zirinu h >) dem fnrsti'n, des laudes Syrie. do gingen alle 
lewte 11 ), das yeder mensch 12 ] gehorsam tett'3) in. seiner") etat, do ging 
auch Joseph von Galilea 15 ). 

Cgm, 530. 0 ™'. ä ) B^ot. ä) ging nuc. I) keyscr. add. mau. diu' 
1) beschreibe, s) „tüte, s) die. i») Ciriuo. ») lents. a] uicuwlie. a ) tete. ») seine. 
IS) GaUloB. 



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43 



Cgm. 300. 

Eyn jiot gie ans von kaiser Augn-lo il.is jjvii:lirili"ii ivitni ült.'W 
weit zw zins. d}'e beschreibuug zw dem eisten gcsiJn:iti:n ist von Cii-yc-i 
landtvogt in Syria. uo prauht [gleicher sein zins in »ein haupstat. Jo- 
Bepli der fnor aneh in Galileam. 



Cgrn. 743. 

Aiti pot ial aussaugen von dem kayser Augusto, das beschnbeu 
ward die ganz weit, die bes ehre Ilm ng Ist die erst, be.sehechen von dem 
richter Syrie Cyrino lind si giengen all das si gehorsam waren yeg- 
leidier in sein siat. giniir 1,11111 ■ 1 «^ ,, l'li :ml von Galileo. 



Cgm. IHM. 

Ein sepot gieng aus von dem chaiaer Angnsto, das man auschreib 
all disu weit zu Zinse, die ausschreibuag geschach vun Ciriuo der du 
richer [sie!] was. do weit do bracht ir yedleicher seinen zinß in sein 
liauptstat. Joseph der für auch in sein liauptstat zu Nazareth. 

Cgm. 5018 f. 59 t. 
Geschehen ist aber, in den selbigen tagen gieng auß ein gepot von 
deni keisser Agusto, daz bescliriben wurde der ganezen werlt. die selb 
schieibunge ist zum ersten gesehen von dem richter Syrie Cyrino und 
gingen alle, daz sye beweisteu ir icklicher im sein stat. autfsteigent 
aber auch Joseph von Galylea von der stat Nazareth in Jndeam in die 
stat David, die da hiß Betlaliem. 

Cgm. 58. 

Chaiser") Augustua der gebot das 2 ) man anschreibe*) alle di*J 
weilt 2t : citise, ilcw .iuscliiYitiiioe ri j l-iüi hncii 1; i t.'yi y:in' ; ,i tU'r üo s j riljtar ! >J 
was in Syrya 1 "). do braht ir iglicher sein») eins In sein hanbtstat 1 *). 
Joseph) fnr auch von Galilca 11 ) in sein liauptstat 15 ) sein" 1 ) Nazareth in 
D arides purch 1 ?). 

Cgm. «6. 1) chayser. >) das, S) anschribe. ') dls. <•) die anscbribaiig. 6} add. 
von. ■) Cyrino. s) deest. >) rilitur. ») Syria. ") siu. 12) banpstät. «) add. der. 
") Galylea. ic der stat, u) gen. l») baren. 



Cgiu. 743. 

Der ebayser Auguatus der gepot daz man anacbrib alle dise werlt 
ziiin«. ily iiu-iilivi^binijj jr.'Hi'Uiifii von C;rin<> d<*r tiefiter waz in 
Syria. do pracht ir ygleich seinen zius in sein havvbtätiit gern Nazareth 
in Davidea pnrck. 

Cgm. 424. 

Khaysei- Ahsjhsclh ilrr iri'in'ivt. ') das man aiisuhrih 2 ) alle diaew 
weit 3 ) ze zinns 4 ). die iuisühvcytiuis'"' > ai;s;l]i.ili vuu''j i 'irino der tichtor 

stat 10 ) ze Naaaret 11 ) in Davidis prüfet*}. 

Cgra. 348. i) Bepo t. <1 ansohraib. "] die l«wt. *) an in dsr wdt. dy. *J«i- 
Bthreibune. ») vor? [roth flbermalt). ') Syria, 8) y S( ;lich.en. s) xina. ») hsnbatat. 
Joseph ilur ftner auch von Uiillilcs w äa stat ziv. I! l Knzzarct. 1: i Davids pnrck. 

Cgm. 50 f. 3^. 

Der chaiser Augustus der gepot daz man ansehrib all di warlt 
zo eiua. di anaehieibnng- geechach von Cyrino, der da waz richtär in 
Syria. da füren ai all, daz si ir eins prächten, ir ieglelcher in sein 
banpstat. Joaoph der far auch von ßalylea von der stat zo Nazareth 
in die purch Davidea di da haizzet Wetleliem. 

Cgm. 529 f. 71. 

Ayn pot ist anagangen von dem kaiasor Augnato, das wosehriben 
wunl die gaiii'z «'dt. iiie Wi.-sdir-.'il.'ii:!:; ist die erst iveselienheii von 
dem richter Hyrie Ciriuo und ay gingen all das sy gehorsam weren, 
jegleieher in sein etat, es ging auch Joaeph anff von Galliea aus der 
stat Nasareth in Jndeaa ain atnt Davit, dio da haiat Bethlehem. 

Ein pot gyeng aus von kayser A'.Li,''.ist'.j das versdiriben ivnrd allew 
ilyfi'w lvull. dyn wr-schivibun» zn 'b-ni !'i>lcu «iwlirVn ist Vnti Ciriiio 
lantvogt in Syria nnd By gyengen allew in das ay veriähen 1 ) ysleicher 
in sein stat. Joseph der fner auch in Galilca von der etat Nazareth in 
Jndeam Davides stat, dy da haysaet Wetleliem. 



i) verrähea! 



Es gi;seliac!i in iL:]; ln^-iii. d;u. ;ntae-ie:ik tii. gi-hut vuii ilavu kaisti- 

Auguslo, iliL/ lieiidirihen würde alle die werft, dis erste beschreibunge 

geschach von Cirino dem rihter Syrie nnd alle die menschen gingen 

(gleicher sünderleieh zu irr atat. und Josep gienk aaf von Galilea von 

i;cr stn? Naznn-Mi ii: .luilt-mn in <lii.' sim Pavjili-s. alt' Iiaiz/f't Hot- 

lahem. 

Codex Mogui itin. (nr. 151) Her Kiutltiiiiser-Bibl.) 
Der keyescr Auguato gebot, daz man im anachribe alle die werft 
zii zinse. und die anscliribiiiigu geschach von Cirvno dem ricliter, der 
waz ein richter in Syrien. do brachte ir iglkher süten /.ins in sein 
heubtstat. Joseph für aueb von Galilea von der stat zü Nazzaretb in 
Davidez bürg, wan er von dem gesiechte waz. 



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Die deutsche Bibelübersetzung 

der 

mittelalterlichen Waldenser in dem Codex Teplensis 

und 

<W ersten gerl ruckt *ti ■ • '-nr- 1 ■ :n--i llihc! 
nachgowieaen. 

Mit Beiträgen znr limr-iti^:: .i. r i-f:n;-.ii:.: t -3i .-n 1s: s hi;= i=i-- <-tv:i3 :s : naJ Jto;;muu- 



bildnng seitens der kiLtholisuliiii Kiruli . Mittelalter.! Vzeiehnet worden. 

Üem gcgenäber wird von dem Vorfjiact au::. : .i -vjl- .■Li. t. lü Vrrsl.iichnng mit der 

hlLlididlliri.lii-li !Tl i.i1-i;.!H vi :■!.!!. 1 vi'.: I 'i i .-1- -Ii.;!!:', Ii-T Iii' 1. ni'tliMI 

Wnldensor naeh S eiviesi:i]. JiLsi stnmh! . iL.- eil" >r il- ::i 'Iii. L .'\nlei Teplensis" von 
il.r :lM!l.TVrl..-:l V.vlvli jm. I [■] i; [i II ! I [i i L'I ■' .-. 1 l] ■! I il-risi; klj ihjlitstllLi liilniliiliei- 
setzeue ihn 14. Jalirliiinilerts, als diu [air. il i . ■ w .■ l- l'.isl «ürllirli iilicrr'iustiiiiHit!inli-:i 
ln:i Ausgaben der gudrUftltia duat-tchtn liibcl n-ahleasi seilen Ur.ijirciics 

Mktrvs siml. In 1. IL ] I s L üil.-,.-:: .1 v.,i ] |! ,, : L-^ ■ iL L' II I :-,:],. :ll 

ckc lim-l eine kaÜiuliiclii linl).TKiln'itu:i- .].-r ilenl-i'lien Wnldnuei]iilie 
indessen gleichfalls die A] probatiun des deutschen Epltnopitea niemals! 

Iiui, 'Ii'' <"!«.=-—■=■: ■ i ■-■ I ■ t - i" i- '.'..■■■ .■::ii-i;.- iiitnl! :ir im ■ I - ■ J : l 

n der grossen deutschen lieforiinilDri'n is; die <_'e inline Untersiicbnng von 
nui üo Hr.'jiscrur Uvihintujii.-. nls Jlti'ijli :■['.' eiH',.|i Male ein zwingender Bcvcü 

für ilir- .leite Vei-lirH l- .l-:r i'.iM.iii.:!'.- .. !■ :':i-il:s.-;!'.i..-i I ii: ■ J .! i /v-iiten 

IL;iI:v Ii,. .1 iuiim- ,(..■:■■ ,i'i.i:if]ii '.villi. 



AUS »EM 

von Dr. JOS. KOHLER. 



verbindet mit anmnthiger, frisch. 

.■■■Lii...:..::. Kil; 1 .! ,:::.e .in: 

philnionhi scher Probleme. Das 
geistige lirlns-nnf; des Kunst- m 



Universität Würzburg 

1116 verlasst von 
Dr. Fram X. von Wiegele, 
a Teilt. 

I. Teil: Geschichte. — II. Teil: TTrkundeubuch. 
I-Mi. '<:il , !'.■■:.■[] i:i lex. - . i:ii -i..^ l-,v:„U. ri. i< ..-.ir.ii.i. Iii—. 

Iq I'rochtband 22—. 
Text und Urkunden Jinrs veri MilieU tic-stliriidniui;:) Werkes geben ein 
i 1 1 1 -j r-. 1 ■■ -. n : : r l ^ iL;..! der erir. LLiiem'a Ki:' wii-^eiuiu;- .I\T Alma .iiilia; iuli' .Ii;! Airi- 
stiidui]^ v.-|i!'te i:kat midier il!!.- S.ir-i'jH v .- j- iu>.r . 



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